An wen wende ich mich bei einer Panne?

Bei einem Pkw ist in der Regel schnell klar, wer für Reparaturen zuständig beziehungsweise für defekte Teile während der Garantiezeit verantwortlich ist. Bei Wohnmobilen ist die Sache komplizierter, da hinter dem Fahrzeug nicht nur ein Hersteller steckt. Während das Basisfahrzeug von einer bestimmten Firma gefertigt wird, stammt der Wohnaufbau von einem anderen Unternehmen. Außerdem kommen die einzelnen Geräte im Wohnraum (z.B. Kühlschrank, Heizung und Klimaanlage) von Zulieferern.  

Bei einer Panne handelt es sich um einen Defekt am Basisfahrzeug, der die Weiterfahrt behindert. Kannst du den Schaden nicht selbst beheben, ist oftmals der Pannendienst erster Ansprechpartner. Kann auch er den Schaden nicht an Ort und Stelle beheben, schleppt er dein Campingfahrzeug in eine geeignete Werkstatt. In diesem Fall bist du im Vorteil, wenn das Basisfahrzeug deines Campers von einem Hersteller mit breit aufgestelltem Servicenetz stammt.

Befindet sich dein Wohnmobil noch in der Garantiezeit, kann dir möglicherweise der Hersteller des Basisfahrzeugs sogar kostenfrei weiterhelfen. In den ersten zwei Jahren ab Erstzulassung kümmert sich Fiat um den Pannendienst. Der Service namens Camper Assistance (Servicehotline 00800 3428 1111) ist im Handbuch des Fiat Ducato beschrieben.

Halte dich so nah wie möglich an der Leitplanke. Wenn möglich, solltest du dich idealerweise hinter der Leitplanke aufhalten.
Halte dich so nah wie möglich an der Leitplanke. Wenn möglich, solltest du dich idealerweise hinter der Leitplanke aufhalten. © Patrick Daxenbichler - stock.adobe.com

Egal welche Panne die Urlaubsreise behindert, diese grundlegenden Regeln gelten immer:

  • Versichere dich vor der Reise, dass sich ausreichend Warnwesten an Bord befinden. Im Idealfall gibt es für jede mitreisende Person eine Warnweste.
  • Ziehe die Warnweste an, bevor du das Fahrzeug verlässt. Mindestens eine Warnweste sollte sich daher griffbereit im Cockpit befinden.
  • Musst du aufgrund einer Panne am Straßenrand stehen bleiben, schalte noch während der Fahrt den Warnblinker ein und stelle nach dem Anhalten umgehend ein Warndreieck auf. Der TÜV empfiehlt auf Autobahnen eine Entfernung zwischen 150 und 400 Metern, auf Landstraßen reichen 100 Meter Abstand zum Fahrzeugheck. Denke auch daran, das Warndreieck wieder mitzunehmen, wenn die Reise weitergeht. Auch wenn dieser Hinweis unnötig klingt, in der Aufregung wurden schon viele Warndreiecke am Straßenrand zurückgelassen.
  • Wenn möglich, halte dich hinter der Leitplanke auf. Leider halten vorbeifahrende Autos häufig zu wenig Abstand zum Seitenstreifen.

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Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen musst du zusätzlich zum Warndreieck auch eine Warnleuchte (Pannenlicht) mitführen.


Reifenpanne

So passiert’s: Ein kaputter Reifen macht sich während der Fahrt sofort bemerkbar. Das Lenkrad zieht plötzlich auf eine Seite, meist begleitet von dumpfen Klopfgeräuschen. Jetzt heißt es, Ruhe bewahren. Bringe dein Campingfahrzeug langsam durch sachtes Bremsen zum Stehen. Durch zu starkes Bremsen oder hektische Lenkbewegungen, kannst du die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren.

Das kannst du dagegen machen: bei einer Reifenpanne kannst du dir mit Hilfe eines Ersatzreifens oder eines Pannensprays selbst helfen. Pannensprays werden immer beliebter. Schließlich ist das Pannenspray bis zum Ablauf der Haltbarkeit wartungsfrei und das Handling ist wesentlich leichter, als der Umgang mit einem klobigen Ersatzrad. 

Doch das Reparaturspray hat auch Schwächen:

  • Mit dem Pannenspray lassen sich nur kleine Löcher mit einer Größe von maximal sechs Millimetern verschließen (z.B. bei eingefahrener Schraube)
  • Das Pannenspray dient nicht zur dauerhaften Reparatur und du darfst nur mit maximal 80 km/h weiterfahren
  • Ist der Reifen von der Felge gerutscht oder lösen sich bereits Teile der Karkasse ab, hilft das Reparaturspray nicht mehr

Egal ob Ersatzrad oder Pannenspray: führe Reparaturarbeiten am Straßenrand niemals auf der zur Fahrspur gewandten Seite aus. Dabei sind bereits zahlreiche schwere Unfälle mit dem fließenden Verkehr passiert.

Erscheint dir die Reparatur vor Ort zu gefährlich oder nicht machbar, zögere nicht und kontaktiere den Pannendienst.

In Deutschland ist das Mitführen eines Ersatzrades laut STVO nicht vorgeschrieben. In einigen Ländern musst du aber einen Ersatzreifen oder ein Reparaturset dabeihaben. Erkundige dich bei Auslandsreisen im Voraus über die gesetzlichen Bestimmungen im geplanten Reiseland.


Defekt der Batterie

Mit einem Voltmeter lässt sich die Spannung und somit der Zustand der Autobatterie ermitteln.
Mit einem Voltmeter lässt sich die Spannung und somit der Zustand der Autobatterie ermitteln. © Benjamin Nolte - stock.adobe.com

So passiert’s: das häufigste Zeichen für eine kaputte Batterie ist ein streikender Motor. Aber auch folgende Anzeichen weisen auf eine schwache Batterie hin:

  • Das Autoradio hat kurz nach dem Start leichte Aussetzer
  • Während des Startens leuchten die Kontrollleuchten nur schwach
  • Die Heizung liefert weniger Wärme als gewohnt

Für die genannten Probleme kann es aber unter Umständen auch andere Ursachen geben. Am sichersten identifizierst du eine defekte Batterie mit einem Voltmeter.

Das kannst du dagegen machen: ist die Batterie erst einmal kaputt, hilft nur ein Austausch. Den nimmt der Pannendienst häufig an Ort und Stelle vor. Beschaffst du selbst eine neue Batterie, achte darauf, dass die Leistung für dein Campingfahrzeug ausreichend ist. Auf jeder Autobatterie findet sich die Angabe „Ah“ (Amperestunden) in Verbindung mit einer Zahl. Dieser Wert darf bei der neuen Autobatterie keines Falls niedriger sein, als bei der bisherigen Batterie.

Im Pkw befindet sich die Batterie im Motorraum. Bei vielen Wohnmobilen dagegen ist die Starterbatterie im Cockpit untergebracht. Häufig unter einem der Sitze oder in einem Bodenfach im Fußraum vor dem Fahrersitz.


Überhitzung des Motors

Läuft der Motor heiß, drosselt ein Sensor automatisch die Leistung.
Läuft der Motor heiß, drosselt ein Sensor automatisch die Leistung. © WoGi - stock.adobe.com

So passiert’s: während der Fahrt weist die Motorkontrollleuchte auf ein Problem mit dem Motor hin. Gleichzeitig schaltet die Maschine in den Notlauf. Dabei arbeitet die Maschine mit reduzierter Leistung, um den Motor bei einem Defekt zu schonen. Selbst wenn du das Gaspedal voll durchdrückst, wirst du kaum schneller als 50 km/h fahren können.

Das kannst du dagegen machen: wirf einen Blick in den Motorraum beziehungsweise den Kühlwasserbehälter. Liegt ein Leck an der Kühlwasserleitung vor, siehst du auf der Straße hinter dir bereits zahlreiche Tropfen oder sogar eine nasse Spur. Die Ursache für austretendes Kühlwasser ist häufig an den Verbindungsstellen der Kühlwasserschläuche zu suchen. Die Schläuche sind mit Schellen befestigt, welche sich durch Vibrationen oder auch den Kontakt mit einem Marder lösen können.

Ist noch genügend Kühlwasser im System vorhanden, liegt der Fehler möglicherweise an einem defekten Thermostat. Das Thermostat steuert einen Lüfter, der an besonders heißen Tagen für zusätzliche Kühlung sorgt. Schaltet der Lüfter nicht ein, steigt die Motortemperatur möglicherweise zu stark an. Diesen Defekt kann nur eine Fachwerkstatt reparieren. Du kannst jedoch den Motor abkühlen lassen und anschließend versuchen, zur nächstgelegenen Werkstatt zu fahren. Am besten wartest du, bis es abends etwas kühler wird. Behalte während der Fahrt immer die Anzeige für die Motortemperatur im Blick.


Fazit: Ruhe bewahren, nichts überstürzen

Durch regelmäßige Wartung kannst du das Risiko einer Panne reduzieren. Ganz vermeiden lassen sich Schäden an Reifen und Motor allerdings nie. Und nicht bei jeder Panne kannst du dir selbst helfen. Musst du den Pannendienst rufen, bleibe ruhig und stelle dich auf eine längere Wartezeit ein. Achte immer darauf, dass du am Straßenrand kein unnötiges Sicherheitsrisiko eingehst.