1. Welche Anbauhöhe benötige ich?

Busvorzelte sind meist für Regenrinnen in der Höhe von 180 bis 220 Zentimeter ausgelegt. Diese „Regenrinnenhöhe“ entspricht der maximalen Anbauhöhe. Während für den klassischen Campingbus eine Anbauhöhe von 180 bis 220 Zentimetern ausreicht, solltest du bei größeren Reisemobilen Anbauzelte mit einer Anbauhöhe zwischen 250 und 300 Zentimetern rechnen. Schau am besten vorher im Fahrzeugschein nach, wie hoch dein Reisemobil genau ist und wähle daraufhin dein Vorzelt aus. 

Um die korrekte Anbauhöhe selbst zu messen, muss das Fahrzeug auf einer geraden Fläche stehen. Für exakte Werte sollten immer mehrere Messpunkte genommen werden, da ein Fahrzeug vorne und hinten nicht immer gleich hoch ist.


2. Wie wird eine Verbindungsschleuse hergestellt?

Vango Airbeam Bus- und Reisemobilvorzelt Kela V Tall
Vango Airbeam Bus- und Reisemobilvorzelt Kela V Tall © Vango

Das Vorzelt sollte am besten direkt an den Campingbus anschließen, damit du auch bei Regen trocken in den Van gelangst und kein Wasser eindringen kann. Die meisten Busvorzelte verfügen oben an der Verbindungsschleuse über einen Hohlsaum. Dort wird der sogenannte „Schleusenstab“ durchgeführt. Andere Zelte haben einen Keder, der an der Verbindungsschleuse in die Kederschiene am Campingbus eingeführt wird. 

 

Kederadapter-Set zur Befestigung des Vorzelts in einer Kederschiene am Bus.
Kederadapter-Set zur Befestigung des Vorzelts in einer Kederschiene am Bus.

Prüfe an deinem Campingbus, welche Möglichkeiten es gibt. Eventuell brauchst du auch ein Kederadapter-Set oder du musst die Verbindungsschleusen über das Fahrzeugdach spannen.


3. Willst du im Vorzelt auch schlafen?

Einhängbare Schlafkabine
Einhängbare Schlafkabine © Fritz Berger

Benötigst du auf dem Campingplatz zusätzliche Schlafmöglichkeiten, kannst du bestimmte Vorzelte auch um eine Schlafkabine ergänzen. Die Schlafkabine unterteilt den Vorraum des Vorzeltes in praktische Schlafabteile. Für viele Vorzelte gibt es Nachrüstsets für Schlafkabinen, solltest du dich nach dem Kauf entschließen, auch im Vorzelt zu schlafen. 


4. Freistehend oder ohne Rückwand?

Das aufblasbare, frei stehende Tunnel-Vorzelt Jonesville 290A von Outwell lässt sich an Bussen mühelos befestigen und verfügt über einen abnehmbaren Zugangsbereich.
Das aufblasbare, frei stehende Tunnel-Vorzelt Jonesville 290A von Outwell lässt sich an Bussen mühelos befestigen und verfügt über einen abnehmbaren Zugangsbereich. © Outwell

Willst du deinen Campingbus auch als Fortbewegungsmittel im Urlaubsort oder für Ausflüge nutzen? Dann solltest du ein freistehendes Busvorzelt mit abschließbarer Rückwand wählen. Während deiner Ausflüge kannst du Campingmöbel oder andere Dinge im Zelt auf dem Campingplatz zurücklassen.


5. Wie wird das Vorzelt am Campingbus befestigt?

Welches Vorzelt du für deinen Campingbus auswählst, hängt auch von den Befestigungsmöglichkeiten ab.

• Befestigung an der Regenrinne: Hat dein Campingbus eine Regenrinne, kannst du zur Befestigung einen Schleusenstab verwenden. In diesem Fall hat das Zelt einen Hohlsaum, in welchen der Stab eingeführt wird. Anschließend wird der „gefüllte“ Hohlsaum in die Regenrinne gelegt und festgeklemmt.

• Befestigung ohne Regenrinne: Hat dein Van keine Regenrinne, bieten sich Saugnapfbefestigungen an. Dort wird der Schleusenstab eingeklemmt. Eine Alternative ist ein Kederadapter.

• Fahrzeuge mit Kederschiene: Im Idealfall besitzt dein Campingbus eine Kederschiene. Denn daran lässt sich das Vorzelt mit Keder passend befestigen. Alternativ lässt sich auch hier ein Kederadapter verwenden.

• Befestigung an der Dachreling: Viele Campingbusse haben mittlerweile eine Dachreling, um zum Beispiel Dachboxen zu befestigen. Die Dachreling kannst du auch zum Befestigen des Vorzelts verwenden. Hierzu dienen praktische Klettverschlüsse oder du installierst an der Dachreling einen Kederadapter und befestigst das Vorzelt per Keder.

• keine spezifischen Befestigungsmöglichkeiten: Hat dein Campervan weder Reling noch Schienen, ist die Befestigung des Vorzelts trotzdem möglich, indem es einfach über das Dach geführt und anschließend abgespannt wird. 


6. Stahl-, Alugestänge oder aufblasbares Vorzelt?

Vorzelte mit Alugestänge sind immer dann gefragt, wenn du Gewicht sparen willst und deinen Campingspot häufiger wechselst. Aluvorzelte sind nur für mildes Klima ohne starken Wind oder heftige Witterungen geeignet.

Soll das Vorzelt besonders stabil sein und wird es während des Campens nur einmal auf- und abgebaut, bieten sich Stahlgestänge an. Sie sind besonders robust und auch für Wintercamper und Campingorte mit starkem Wind oder etwas „gröberem“ Wetter geeignet.

Suchst du nach einer sehr einfachen Vorzeltlösung, sind auch aufblasbare Vorzelte zu empfehlen. Sie haben den Vorteil, dass du beim Aufbauen kein Gestänge ineinanderstecken musst, sondern lediglich eine Luftpumpe brauchst. Weitere Infos zu aufblasbaren Zelten findest du hier.


7. Welches Material für das Busvorzelt?

Für Busvorzelte wird meist Polyamid, Polyester und PVC verwendet. Während Zelte aus Polyamid und Polyester überwiegend für den Campingurlaub und kurzzeitige Ausflüge ausgelegt sind, solltest du PVC-Busvorzelte verwenden, wenn du das Vorzelt langfristig aufbauen möchtest. 


8. Verwende kein Vorzelt ohne Zeltboden

Eine einhängbare Bodenwanne schütz zuverlässig vor Schmutz.
Eine einhängbare Bodenwanne schütz zuverlässig vor Schmutz. © Fritz Berger

Mit einem Busvorzelt schaffst du einen wind- und wettergeschützten Vorraum vor deinem Campingbus. Damit der Raum auch trocken bleibt, solltest du entweder ein Vorzelt mit Bodenwanne verwenden oder eine Allzweckplane auf dem Boden des Vorzelts auslegen. Achte darauf, dass die Kanten der Bodenplane hoch genug sind, damit kein Wasser von außen auf den Boden des Vorzelts fließen kann.

Hier findest du den richtigen Boden für den Vorzelt.


9. Die Wassersäule

Eine hohe Wassersäule weist auf eine höhere Widerstandskraft des Zeltmaterials gegenüber Wasser hin. Wasserdicht ist dein Busvorzelt deswegen aber nicht zwingend. Deshalb solltest du vor allem auf bandversiegelte Nähte achten. Wir empfehlen die Verwendung von Nahtdichter und einer Oberflächenimprägnierung.

Wenn du ein Vorzelt kaufst, brauchst du es nicht sofort zu imprägnieren. Das passiert bereits bei der Herstellung. Durch jeden Auf- und Abbau wird jedoch auch etwas von der Imprägnierung abgetragen, deswegen empfiehlt es sich das Zelt nach ca. drei Urlauben erneut zu imprägnieren. Wie das funktioniert, zeigen wir dir hier in unserer bebilderten Anleitung.

Weitere Informationen zur Wassersäule findest du hier.


Fazit: Viele Faktoren spielen zusammen

Ein Vorzelt schafft wertvollen Wohnraum, aber auch Stauraum für dein Hab und Gut. Der Kauf eines Busvorzeltes will deswegen wohl überlegt sein.

Wenn du unsere Tipps beherzigst, findest du mit Sicherheit das richtige Busvorzelt für deinen nächsten Urlaub. 

Solltest du dir trotzdem nicht ganz sicher sein, welches Busvorzelt du brauchst, helfen dir unsere Fachberater gerne weiter.