Was will der Marder in meinem Wohnmobil?

Marder sind Raubtiere
Marder sind Raubtiere © Zdeněk Macháček - Unsplash

Der Marder ist ein Raubtier und eigentlich ganz harmlos. Zu der Familie der Marder gehören unter anderem auch Otter und Dachse. Die Marderart, die sich im Motorraum von Wohnmobilen und Autos zu schaffen macht, ist der echte Marder, manchmal auch „Automarder“ genannt.

Wenn es nachts draußen kühler wird, versteckt sich der nachtaktive Marder gerne unter Kühlerhaube, die von der Fahrt noch warm ist. Um sein Revier zu kennzeichnen, markiert er dabei den Motorraum. Das ist erstmal nicht das Problem. Kommt dann aber ein anderer Marder in die Nähe deines Wagens, riecht er den Vorgänger und wittert einen möglichen Rivalen. Er versucht, ihn zu vertreiben, findet aber nur das Fahrzeug. Die durch den Geruch des Artgenossen geweckte Aggression wird dann oftmals am Fahrzeug, besonders dem Motorraum ausgelassen. Besonders häufig kommt es zu solchen Vorfällen in den Monaten Februar bis Juni, während der Paarungszeit der Marder.

Manchmal zerstören Marder Kabel und Schläuche auch aus reinem Spieltrieb. Die neugierigen Tiere knabbern an allem herum, was sie spannend finden. Eine andere Theorie besagt auch, dass die Gummiverkleidung sehr angenehm für Marder riecht und die Tiere deswegen in den Motorraum gehen und an Kabeln und Schläuchen herumbeißen.

Versuche nicht, den Marder zu fangen. Auch, wenn Lebendfallen bei vielen Wildtieren funktionieren, sind Marder zu schlau, um in so eine Falle zu tappen. Zudem ist das Fangen von Mardern in der Schonzeit (März-Oktober) verboten.


Wie können Schäden vermieden werden?

Man weiß also nicht sicher, wieso der Marder an dein Wohnmobil oder Auto kommt. Sicher ist aber, dass wir ihn davon abbringen wollen. Wie du verhindern kannst, dass er deinem Fahrzeug zu nahe kommt, erfährst du hier.

Marderschaden
Marderschaden © Leonardo Franko – stock.adobe.com

Garage

Das Wohnmobil wird am besten in der Garage geparkt.
Das Wohnmobil wird am besten in der Garage geparkt. © by-studio – stock.adobe.com.

Um Schäden durch Marderverbiss an deinem Wohnmobil zu vermeiden, ist es am besten, wenn du es in einer abschließbaren Garage parkst. Nur so kannst du wirklich sicher sein, dass der Einstieg für den Marder unmöglich ist. 


Hausmittel

Um zu verhindern, dass es sich ein Marder in dem Motorraum deines Fahrzeuges bequem macht, kannst du auch auf verschiedene Hausmittel zurückgreifen, die auf Marder abschreckend wirken sollen. Dazu zählen Hunde- und Katzenhaare. Auch Toilettensteine oder Mottenkugeln werden gerne als Marderschutz angeführt. Dass diese Abwehr-Methoden tatsächlich effektiv sind, ist jedoch nicht bewiesen.

schnelle Hilfe

keine nachgewiesene Wirkung

muss regelmäßig ausgetauscht werden

evtl. Chemikalien


Geräusche

Marder sind äußerst geräuschempfindliche Tiere. Um den Marder zu verjagen, wird deswegen häufig auf laute Musik oder schrille Töne gesetzt. Der Marder scheut diese Geräusche und lässt sich davon vertreiben. Man sagt allerdings, dass Marder so schlau sind, dass sie merken, wenn die Musik ständig läuft, und sich dadurch nicht lange abschrecken lassen. Damit diese Methode also effektiv ist, musst du dich nachts auf die Lauer legen und den Marder mit Geräuschen vertreiben, sobald er sich zeigt. Willst du das wirklich?

kann auch außerhalb des Fahrzeuges eingesetzt werden (z.B. Dachboden, Garage)

keine Chemikalien

kann Menschen stören

oft Stromanschluss nötig

großer Arbeits- / Zeitaufwand


Licht

Neben Geräuschen meiden Marder auch Licht. Die nachtaktiven Tiere halten sich nicht nur von Tageslicht fern, sondern auch von allen anderen Lichtquellen. 

Marder halten sich naturgemäß von Licht fern
Marder halten sich naturgemäß von Licht fern © Stefan Gebhard - Pixabay

Um zu verhindern, dass ein Marder deinem Auto zu nahekommt, kannst du dein Auto unter einer Straßenlaterne parken. Auch eine Lampe mit Bewegungsmelder kann helfen, den Marder zu vertreiben.

Es gibt außerdem Marderabwehrgeräte mit blinkenden Lichtern, die fest im Motorraum verbaut werden. Diese sollen dem Marder ein anderes, lauerndes Raubtier vortäuschen und ihn verunsichern.

kann auch außerhalb des Fahrzeuges eingesetzt werden (z.B. Dachboden, Garage)

keine Chemikalien

Stromanschluss / Batterien nötig

kann Menschen stören


Mardergitter

Mardergitter
Mardergitter © Fritz Berger

Marder haben empfindliche Pfoten und sind außerdem skeptisch gegenüber unbekannten Dingen. Mardergitter werden auf dem Boden platziert, danach fährst du mit dem Fahrzeug darüber. Ein Mardergitter unter dem Auto kann verhindern, dass der Marder in den Motorraum klettern kann.

Hier findest du ein Mardergitter im Berger Onlineshop.

einfache Installation

kein Stromanschluss

keine Chemikalien

kann nicht mitgenommen werden


Kabelummantelungen

Ein effektiver Schutz gegen Marderverbiss ist ein Wellrohr aus festem Kunststoff, welches um gefährdete Kabel und Schläuche gelegt wird. So können Zündkabel, Kühl- und Bremsflüssigkeitsschläuche vor Marderbissen geschützt werden.

Wellrohr
Wellrohr © AUPROTEC GmbH & Co. KG

Denn diese Schutzschläuche sind so fest, dass der Marder sie nicht durchbeißen kann. Selbst wenn das Tier an den Schläuchen herumbeißt, wird das Kabel oder der geschützte Schlauch nicht beschädigt.

Wellrohre findest du im Baumarkt und im Autofachmarkt.

Kabelummantelungen können Marder nicht vertreiben. Sie schützen nur die darunterliegenden Kabel. Deswegen musst du sicherstellen, dass wirklich alle Kabel und Schläuche sicher ummantelt wurden.

verbleibt im Fahrzeug

sehr effektiv

arbeitsaufwendige Installation


Duft

Marder reagieren auf einige Duftstoffe, darunter Geraniol, sehr sensibel. Dieser Stoff enthält eine hohe Konzentration an ätherischen Ölen, vor allem an Zitronengräsern. Marder meiden die Stellen, die für sie zu intensiv riechen. Das kannst du dir leicht zum Vorteil machen, indem du deinen Motorraum parfümierst.


Marder-Duftstäbchen

Marder-Duftstäbchen können leicht im Motorraum platziert werden
Marder-Duftstäbchen können leicht im Motorraum platziert werden © HP

Die Duftstäbchen werden mittels Klebebefestigung direkt im Motorraum angebracht und müssen alle zwei Monate ausgetauscht werden.

Hier findest du Marder-Duftstäbchen im Berger Onlineshop.

einfache Installation

verbleibt im Fahrzeug

muss regelmäßig ausgetauscht werden


Marder-Abwehrspray

Marder-Abwehrsprays schützen zuverlässig vor Marderverbiss und sind nicht nur im Wohnmobil, sondern auch im Auto, auf dem Dachboden, in Garten oder Carport einsetzbar. 

Marder-Abwehrspray
Marder-Abwehrspray © HP

Das Spray ist hitzebeständige und kann so im gesamten Motorraum und an der Innenseite der Motorhaube angewendet werden. Die gefährdeten Stellen wie Schläuche, Kabel und Isoliermatten werden direkt einsprühen. Diese Anwendung solltest du alle vier Wochen wiederholen.

Hier findest du das Marder-Abwehrspray im Berger Onlineshop.

Dieses Spray hilft nur, Marder fernzuhalten. War bereits ein Marder in deinem Wagen, solltest du den Motorraum erst reinigen und dann das Spray erneut verwenden.

vertreibt auch andere Tiere

kann auch außerhalb des Fahrzeuges eingesetzt werden (z.B. Dachboden, Garage)

muss regelmäßig erneuert werden


Elektronik

Die effektivste Methode, Marder zu vertreiben, erfolgt mittels elektronischer Geräte.

Ultraschall

Lärm und schrille Töne sind für die empfindlichen Ohren des Marders unangenehm. Das macht sich die Ultraschall-Technik zum Vorteil. Mit der Zeit können sich Marder an das Geräusch des Ultraschallgerätes gewöhnen, deswegen empfiehlt der ADAC einen Schalldruckpegel von mindestens 100 dB.

Marderabwehr mittels Ultraschall
Marderabwehr mittels Ultraschall © Kemo

Diese Marderabwehrgeräte funktionieren mit Hochfrequenztechnik und können einfach im Wohnmobil und Auto eingesetzt werden. Das Gerät kann an den Bordstrom angeschlossen werden, kann aber auch autark über Batterien laufen und dann auch im Carport oder auf dem Dachboden eingesetzt werden.

Hier findest du das Marderabwehrgerät im Berger Onlineshop.

verbleibt im Fahrzeug

keine Chemikalien

vertreibt auch andere Tiere

kann auch außerhalb des Fahrzeuges eingesetzt werden (z.B. Dachboden, Garage)

Stromanschluss / Batterie nötig

manche Frequenzen sind auch für den Menschen hörbar


Strom (Weidezaun-Prinzip)

Die einzige dauerhafte Lösung, den Marder vom Auto fernzuhalten, ist der Einsatz von elektrischem Strom. Aber keine Sorgen: Dem Tier passiert dabei nichts. Die maximal 300 Volt verletzten den Marder nicht. Das Tier bekommt einen kleinen Stromschlag, der lehrreich ist, aber harmlos. An verschiedenen Stellen im Motorraum werden dazu Elektroden angebracht. Diese können an den Bordstrom angeschlossen werden, sie können aber auch autark über Batterien laufen.

Das M9700 von K&K arbeitet mit Strom
Das M9700 von K&K arbeitet mit Strom © K&K Handelsgesellschaft mbH

Das Hochspannungsgerät M9700 von K&K ist batteriebetrieben und somit autark. Damit ist es besonders für Wohnmobile geeignet, die länger stehen. Zusätzlich schützt das Gerät mit 360° Ultraschall.

Hier findest du das Hochspannungsgerät M9700 von K&K im Berger Onlineshop.

Autarke Abwehrgeräte sind für Wohnmobile bei Landstrom oder Solarnutzung bestens geeignet. Durch den Batteriebetrieb lassen sich diese völlig unabhängig vom Bordnetz betreiben und sind somit universell und unabhängig einsetzbar.

sehr effektiv

keine Chemikalien

Stromanschluss / Batterien nötig

muss fachmännisch eingebaut werden

Wichtig bei beim fachmännischen Einbau ist, dass die Bürsten sowie der Ultraschallgeber möglichst weit unten verbaut werden. Dank der Wasserdichtigkeit aller Komponenten ist dies möglich. Der Ultraschall kann dadurch frei strahlen.


Marderspuren beseitigen

Hat sich tatsächlich ein Marder an deinem Auto zu schaffen gemacht? Dann ist es jetzt wichtig, seine Spuren zu beseitigen, um keine Rivalen anzulocken. Dafür ist eine Motorwäsche unabdinglich. Davor solltest du allerdings einen Duftmarkenentferner benutzen.

Duftmarken-Entferner
Duftmarken-Entferner © Kemo

Das Spray wird in den abgekühlten Motorraum gesprüht. Du kannst damit problemlos den kompletten Motorraum, die Innenseite der Motorhaube und Kotflügel einsprühen. Nur bei empfindlichen Elektronikbauteilen musst du vorsichtig sein. Nach kurzer Einwirkzeit wird alles mit Wasser abgespült.

Hier findest du den Duftmarkenentferner im Berger Onlineshop.

Um eventuelle Duftspuren im Wagen zu entfernen, empfiehlt es sich, die Motorwäsche in den Monaten Februar bis Juni in regelmäßigen Abständen durchzuführen.


Fazit: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Ein Marderschaden ist eine ärgerliche Angelegenheit, aber mit den richtigen Hilfsmitteln gut zu verhindern. Sollte sich doch einmal ein Marder in deinen Motorraum verirrt haben, bleibt dir nur der Anruf bei deiner Versicherung: Marderschäden sind oft, aber nicht immer, in der Teilkasko mitversichert.