Den passenden Rucksack kaufen: das Volumen richtig einschätzen

Jeder Rucksack ist mit einer Angabe über das Fassungsvermögen versehen. Meist ist diese auf dem Rucksack aufgedruckt. Für Tagesausflüge genügt ein Rucksack mit 10 bis 30 Litern Volumen. Möchtest du eine mehrtägige Trekkingtour unternehmen und dabei eventuell sogar im Zelt übernachten, sollte der Rucksack ab 50 Liter aufwärts fassen können.

Dieser Rucksack lässt sich bei Bedarf verlängern.
Dieser Rucksack lässt sich bei Bedarf verlängern. © Fritz Berger

Die Grundregel bei der Auswahl der richtigen Rucksackgröße lautet: „So groß wie nötig, so klein wie möglich“. Eine höhere Zuladungsreserve sollte kein Argument für den Kauf eines übermäßig großen Rucksacks sein. Denn umso größer der Rucksack, desto höher fällt auch das Eigengewicht aus. Während Tagesrucksäcke selten mehr als 300 Gramm wiegen, kann ein geräumiger Wanderrucksack mehr als 1,5 Kilo auf die Waage bringen. Außerdem verleitet ein geräumiger Rucksack dazu, unnötige Dinge einzupacken – nur deshalb, weil da noch Platz ist.  


Unterschiedliche Tragesysteme für Rucksäcke

Links: Rucksack mit Netzrücken, der Wanderrucksack rechts besitzt einen Kontaktrücken.
Links: Rucksack mit Netzrücken, der Wanderrucksack rechts besitzt einen Kontaktrücken. © Fritz Berger

Der Rücken ist nicht die einzige Kontaktstelle zum Rucksack. Daher sollte ein Rucksack ein komfortables Tragesystem mit Brust- und Hüftgurt besitzen.

  • Schulterträger
  • Hüftgurt
  • Brustgurt
  • Stabile Rückenplatte

Der Netzrücken

Die Rückenplatte ist häufig mit einem straff gespannten Netz versehen. Dieses fungiert als Abstandshalter und sorgt dafür, dass der Rucksack nicht direkt am Rücken anliegt. Der so genannte Netzrücken reduziert Druckstellen und verbessert die Luftzirkulation. Eingeführt wurde diese Konstruktion erstmals 1984 von der Marke Deuter. Seitdem ist der Netzrücken, von Deuter auch „Aircomfort System“ genannt, auch bei Rucksäcken anderer Hersteller nicht mehr wegzudenken.

Bei Wanderrucksäcken sollte das Gewicht hauptsächlich auf der Hüfte lasten. Schließe nach dem Aufsetzen zuerst den Hüftgurt und straffe erst danach die Schulterträger.

Bei hochwertigen Rucksäcken lässt sich die Höhe des Brustgurts anpassen.
Bei hochwertigen Rucksäcken lässt sich die Höhe des Brustgurts anpassen. © Fritz Berger
Der Hüftgurt darf ruhig stramm am Körper sitzen. Auf ihm soll das meiste Gewicht lasten.
Der Hüftgurt darf ruhig stramm am Körper sitzen. Auf ihm soll das meiste Gewicht lasten. © Fritz Berger

Der Kontaktrücken

Ein anderes Tragesystem ist der so genannte Kontaktrücken. Dabei ist die Rückseite des Rucksacks mit Polstern versehen, die besonders dicht am Körper anliegen. Ein atmungsaktiver Meshbezug oder auch Ventilationskanäle erhöhen die Luftzirkulation am Rücken. Grundsätzlich eignet sich sowohl der Netzrücken als auch der Kontaktrücken für lange Wanderungen. Auf technisch anspruchsvollen Bergtouren ist der schmaler geschnittene Kontaktrücken vorteilhafter.

Bei vielen Trekkingrucksäcken mit Kontaktrücken lässt sich die Rückenlänge anpassen.
Bei vielen Trekkingrucksäcken mit Kontaktrücken lässt sich die Rückenlänge anpassen. © Fritz Berger

Rucksack-Typen im Überblick

Tagesrucksack (Daypack)

Ein Tagesrucksack, wie der Mountain Guide Ottawa, lässt sich vielseitig verwenden.
Ein Tagesrucksack, wie der Mountain Guide Ottawa, lässt sich vielseitig verwenden. © Fritz Berger

Der Tagesrucksack ist der ideale Begleiter auf Sightseeing-Touren und kleinen Ausflügen in der Natur. Die auch Daypack genannten Rucksäcke fassen Essen und Getränke sowie Kleidung für wechselhaftes Wetter. Diese Rucksäcke sind auch im Alltag immer wieder nützlich.

Ich empfehle dir, nicht mehr als 8 Kilo in einem Tagesrucksack zu transportieren. Denn für höhere Gewichte sind die kompakten Rucksäcke nicht ausgelegt. In der Regel besitzen Daypacks kein Tragesystem aus stabiler Rückenplatte und entlastendem Hüftgurt. Stattdessen liegt das Gewicht allein auf den Schulterträgern.

Empfohlenes Volumen: 10 bis 30 Liter

Empfohlenes Tragesystem: gepolsterte Schulterriemen ohne verstärkten Rahmen

Hier findest du den Tagesrucksack von Mountain Guide im Berger Onlineshop.


Wanderrucksack

Geräumiger Wanderrucksack mit 40 Liter Fassungsvermögen von Deuter.
Geräumiger Wanderrucksack mit 40 Liter Fassungsvermögen von Deuter. © Deuter

Die Bezeichnungen Wander-, Touren- und Trekkingrucksack werden häufig synonym verwendet. Dennoch unterscheiden sie sich anhand ihres Einsatzzwecks. Während der Tourenrucksack hauptsächlich für ausgedehnte Tageswanderungen gedacht ist, kommt der Trekkingrucksack auf mehrtägigen Wanderungen mit viel Gepäck zum Einsatz.

 

Empfohlenes Volumen: ab 40 Liter, für mehrtägige Touren ab 50 Liter aufwärts

Empfohlenes Tragesystem: Rahmen mit stabiler Rückenplatte und Hüftgurt

Hier findest du den Deuter Wanderrucksack im Berger Onlineshop.


Stauraum optimieren mit zusätzlichen Taschen und Fächern

Der Pullover befindet sich weiter unten im Rucksack? Mit einem Fronteingriff kein Problem.
Der Pullover befindet sich weiter unten im Rucksack? Mit einem Fronteingriff kein Problem. © Fritz Berger

Bei Rucksäcken handelt sich um sogenannte Top Loader – sie werden also von oben befüllt. Das hat den Nachteil, dass man den Inhalt auch nur nach und nach von oben wieder herausholen kann. Daher sind vor allem kleine Gegenstände in abgetrennten Fächern oder Außentaschen besonders gut aufgehoben. An den Seiten vieler Rucksäcke sind häufig auch Netze angebracht, in denen sich Trinkflaschen griffbereit verstauen lassen.

Größere Rucksäcke sind häufig auch mit einem Frontzugriff im mittleren Teil des Hauptfachs ausgestattet. Über einen Reißverschluss kannst du den Rucksack an der Vorderseite öffnen und weiter unten platzierte Gegenstände herausholen.

Nützlich bei Wanderrucksäcken ist auch ein doppelter Boden. Dabei wird das Hauptfach im unteren Drittel über einen Reißverschluss abgetrennt. Im Bodenfach lassen sich zum Beispiel Schuhe oder Schmutzwäsche getrennt vom restlichen Inhalt aufbewahren.

Eine Reißverschlusstasche am Hüftgurt lässt sich während der Wanderung leicht öffnen.
Eine Reißverschlusstasche am Hüftgurt lässt sich während der Wanderung leicht öffnen. © Fritz Berger
In einem Netz untergebracht ist die Trinkflasche schnell griffbereit.
In einem Netz untergebracht ist die Trinkflasche schnell griffbereit. © Fritz Berger

Damen-Rucksäcke mit angepasster Form

Bei Deuter sind Damenrucksäcke leicht anhand der Blume zu erkennen.
Bei Deuter sind Damenrucksäcke leicht anhand der Blume zu erkennen. © Fritz Berger

Je nach Geschlecht fallen die Proportionen bestimmter Körperteile unterschiedlich aus. Das betrifft zum Beispiel die Rückenlänge und die Form der Hüften. Darum gibt es unter den Wander- und Trekkingrucksäcken spezielle Damenmodelle, die den Proportionen des weiblichen Körpers angepasst sind. Dazu zählt zum Beispiel eine angepasste Rückenlänge. Tagesrucksäcke, die mit geringerem Gewicht befüllt und nur kurze Zeit getragen werden, sind in der Regel als Unisex-Rucksäcke konzipiert.


Brauche ich eine Regenhülle für meinen Rucksack?

Moderne Rucksäcke bestehen aus Nylon oder Polyester. Diese Materialien halten grundsätzlich eine gewisse Menge Feuchtigkeit beziehungsweise Nässe ab. Während eines kurzen Regenschauers läuft der Rucksack nicht sofort voll mit Wasser. Dauerregen hält die Außenhaut des Rucksacks aber nicht langfristig stand, deshalb nimmst du auf langen Wanderungen besser eine passende Regenhülle mit. Bei vielen Rucksäcken lässt sich der Regenschutz in einer extra dafür vorgesehenen Reißverschlusstasche verstauen. Hier findest du eine Regenhülle für unterschiedliche Rucksackgrößen im Berger Onlineshop.


Fazit: Finde deinen Rucksack!

Der beste Rucksack muss nicht der teuerste sein. Denn die optimale Passform hängt weder vom Preis noch vom Design ab. Probiere verschiedene Modelle aus, dabei spürst du schon nach recht kurzer Zeit, wenn ein Rucksack überhaupt nicht passen sollte. In den Berger-Filialen kannst du verschiedene Rucksäcke anprobieren und dich von unseren geschulten Fachverkäufern beraten lassen. Hast du den idealen Rucksack gefunden, hält dieser unter normalen Bedingungen viele Jahre.