Starte mit der Montageanleitung

Zuerst die Montageanleitung lesen
Zuerst die Montageanleitung lesen © Fritz Berger

Wichtig: 

Bevor du mit dem Einbau startest, lies dir die mitgelieferte Montageanleitung gut durch!


Welche Bauteile sind vorhanden

Noch vor deiner Einbauaktion solltest du alle Bauteile sichten und überprüfen, was im Lieferumfang dabei ist und welches Zubehör oder Werkzeug du noch besorgen musst. Je nach Chassis Rahmen sind möglicherweise ergänzende Befestigungsteile nötig. Hier unterscheidet man am Fahrzeugrahmen zwischen L und U Profilen. Dazu solltest du dich vorab informieren und die für dein Fahrzeug benötigten Bauteile bereit haben.


Unter dem Wohnwagen Platz schaffen

Platz schaffen
Platz schaffen © Fritz Berger

Der erste Schritt für den Einbau ist, sich unter dem Wohnwagen genügend Platz zu schaffen. Am einfachsten ist es mit einer Hebebühne oder Montagegrube. Die wenigsten haben aber sowas. Eine gute Alternative ist es, den Wohnwagen mit einem Wagenheber hochzuheben und mit Keilen und den Wohnwagenstützen zu sichern.

Prüfe, bevor du unter das Fahrzeug gehst, dass der Anhänger einen sicheren Stand hat.


Rangierantrieb vor oder hinter der Achse einbauen?

Kurz gesagt: Am besten da, wo Platz ist. 

Wichtig ist hier, die Höhe der Fahrgestells, also die des Rahmen, die vor und hinter den Rädern entlang verlaufen. Sie geben vor, wie viel Platz für die Rangierhilfe vorhanden ist. Es kann nämlich sein, dass die Höhe des Rahmens vor oder hinter dem Rad unterschiedlich groß ist. 
Diese Gegebenheit ist zu prüfen, abhängig von der Einbauhöhe des jeweiligen Rangiergerätes. 

Sollten sowohl vor oder hinter der Achse ausreichend Platz vorhanden sein, gibt es Vor- und Nachteile der jeweiligen Positionierung:

Den Rangierantrieb VOR der Achse anbringenDen Rangierantrieb HINTER der Achse anbringen
+ Spritzwasser geschützt, weil vor den Reifen+ Keine Hindernisse durch Bodenschwellen oder Bordsteine
- Bodenschwellen oder Bordsteine können das Gerät schneller beschädigen- Mehr Schmutz im und am Gerät durch das Aufwirbeln der in Fahrrichtung drehenden Reifen

Beachte außerdem, wie du über den einfachsten und vielleicht auch kürzesten Weg die Elektrokabel bis zur Batterie verlegen kannst.

Da du dabei unter dem Fahrzeug liegst, macht ein Teppich oder Karton diese Position etwas angenehmer. 


1. Den ersten Motor am Chassis befestigen

Hier macht es Sinn, zu zweit zu arbeiten, denn der einzelne Motor ist sehr schwer und muss über Kopf an das Fahrgestell gehalten und anschließend mithilfe der Befestigungsteile angeklemmt werden. 
Achte auf den richtigen Abstand zwischen Rahmen und Rad. 
Ziehe die Schrauben nur leicht an, schließlich muss noch alles genau positioniert werden.

Achtung, der Motor ist sehr schwer
Achtung, der Motor ist sehr schwer © Fritz Berger
<p>Klemmbefestigung, Schrauben nur leicht anziehen</p>

Klemmbefestigung, Schrauben nur leicht anziehen

© Fritz Berger
<p>Anbaumotor von der Unterseite des Caravans mit Rohr für Stabilisierungsstange</p>

Anbaumotor von der Unterseite des Caravans mit Rohr für Stabilisierungsstange

© Fritz Berger

2. Die Stabilisierungsstange

Die Mitte der Stange markieren
Die Mitte der Stange markieren © Fritz Berger

Markiere die Mitte der Stabilisierungsstange, damit du diese später mittig unter deinem Wohnwagen anbringen kannst.

Die Stabilisierungsstange durch den Motor schieben
Die Stabilisierungsstange durch den Motor schieben © Fritz Berger

Nun die Stabilisierungsstange durch den Motor schieben.

Hier ist es am Einfachsten, dein Helfer reicht dir die Stange.

„WICHTIG: Du darfst auf gar keinen Fall Teile vom Fahrgestell verändern oder entfernen!"


3. Seitenwechsel: Den zweiten Motor befestigen

Klemme den Motor an den Chassisrahmen und drehe die Schrauben auch hier nur etwas an. Wie zuvor solltest du den richtigen Abstand zwischen Rad und Montagerahmen ermitteln. 

Die Stabilisierungsstange muss mittig unter dem Fahrzeug sein
Die Stabilisierungsstange muss mittig unter dem Fahrzeug sein © Fritz Berger

Jetzt kannst du die Stange auch durch den zweiten Motor durchschieben.

Achte hier darauf, dass sich die Markierung der Stabilisierungsstange mittig unter dem Caravan befindet und die Abstände zu beiden Seiten gleich lang sind. 

Ziehe nun die Klemmschrauben am Stabilisator leicht an.


Millimeterarbeit: Alles nach Anleitung ausrichten

Mit einem Holzklötzchen, kannst du den richtigen Abstand einstellen
Mit einem Holzklötzchen, kannst du den richtigen Abstand einstellen © Fritz Berger

Hier ist es wichtig, die Abstände zwischen Rad und Rahmen jeweils auf beiden Seiten gleich lang auszurichten. Außerdem hilft ein mitgeliefertes Holzklötzchen, den richtigen Abstand zwischen Antriebsrollen (im eingefahrenen Zustand) und Reifen zu bestimmen. Dazu hältst du das Holzklötzchen mittig an den Reifen und schiebst den Motor mit den Antriebsrollen bis an das Klötzchen.


Schrauben an der Klemmbefestigung mit einem Drehmomentschlüssel festziehen
Schrauben an der Klemmbefestigung mit einem Drehmomentschlüssel festziehen © Fritz Berger
Schrauben mit einem Schraubenschlüssel an der Stabilisierungsstange festziehen
Schrauben mit einem Schraubenschlüssel an der Stabilisierungsstange festziehen © Fritz Berger

WICHTIG! Überprüfe, ob alle Schrauben festgezogen sind und, ob du auch alle Abstände nach Anleitung eingehalten hast!


Einbau Elektronik

Alle mechanischen Bauteile sind verbaut, du hast hoffentlich nichts vergessen, somit kannst du dich der elektronischen Installation widmen. 

Die Steuereinheit in Position bringen.
Deine nächsten Arbeitsschritte beginnen damit, dass du der Basisstation, zu der alle elektronischen Leitungen laufen, einen Platz im Inneren deines Wohnanhängers suchst. Laut Anleitung kannst du diese entweder am Boden oder an der Wand befestigen. Hier in unserem Beispiel haben wir die Basisstation an der Badrückwand unter der Rundsitzgruppe im Heck des Wohnwagens befestigt. 
 

Wichtig: Der Abstand der Basisstation zur Batterie muss mindestens 40 cm betragen. Auch solltest du die Steuereinheit nicht in unmittelbarer Nähe anderer elektronischer Geräte verbauen, denn aufgrund magnetischer Strahlung kann dies zu Störungen führen. 


Loch durch den Wohnwagenboden bohren
Damit du alle Kabel von den Motoren zur Basisstation führen kannst, musst du nun ein Loch durch den Boden deines Caravans bohren.

Wir haben diese Durchführung mithilfe einer 25mm großen Lochsäge vorgenommen.

Die Kabel werden durch den Boden geführt
Die Kabel werden durch den Boden geführt © Fritz Berger

Bevor du losbohrst, schaue nach, dass du nicht mit tragenden Teilen, Leitungen oder der Fußbodenheizung auf Kollisionskurs gehst.


Verlege nun die Kabel von den Motoren zur Basisstation
Wir haben die Kabel an der Stabilisierungstange mit Kabelbindern befestigt und sie so zum und durch das Loch geführt.

Da das mitgelieferte Kabelschutzrohr nicht ausgereicht hat, haben wir die Kabel noch zuvor durch ein Schutzrohr gezogen um sie so vor Beschädigungen zu schützen.
Da das mitgelieferte Kabelschutzrohr nicht ausgereicht hat, haben wir die Kabel noch zuvor durch ein Schutzrohr gezogen um sie so vor Beschädigungen zu schützen. © Fritz Berger
Tipp! Wenn du das Kabelende vorher mit Isolierband umwickelst, lässt es sich leichter durch das Schutzrohr schieben
Tipp! Wenn du das Kabelende vorher mit Isolierband umwickelst, lässt es sich leichter durch das Schutzrohr schieben © Fritz Berger

Bei der Durchführung der Kabel ist es wichtig, die Kabel vom jeweiligen Motor zu markieren um diese dann an der richtigen Stelle mit der Steuereinheit zu verbinden. 

Wichtig: Die Kabel sollten alle die gleiche Länge habe und so kurz wie möglich gehalten werden. Ebenfalls solltest du Kabelschlingen vermeiden. 


Schließe nun die durchgeführten Kabel nach Anleitung des Anschlussplans an die Basisstation an. 

Nun wird alles angeschlossen
Nun wird alles angeschlossen © Fritz Berger

Das Loch abdichten
Mithilfe geeigneter Dichtungsmasse solltest du das gebohrte Loch von unten und oben wieder gut abdichten.

Alle Löcher müssen gut abgedichtet werden
Alle Löcher müssen gut abgedichtet werden © Fritz Berger

Eine Butyl Dichtungsmasse, z.B. Dekaseal 1512 oder 1517, die besonders zum Abdichten von Löchern an Freizeitfahrzeugen geeignet ist. Zu verwenden ist eine Dichtungsmasse, die klebrig und flexibel bleibt. 


Ein- und Ausschalter einbauen

Um den Rangierantrieb bequem an- und abzuschalten, bietet sich der Schaltereinbau in der Nähe der Tür oder hinter einer Stauraumklappe an. Bei unserem Beispiel haben wir den Schalter des Mobility Power Packs verwendet. Diesen haben wir nach Anleitung eingebaut, indem wir das Schalterkabel verlängert haben, dieses mit der Batterie verbunden und es anschließend innerhalb der Rundsitzgruppe bis zur Eingangstüre gezogen haben. Neben dem Eingang wurde dann in die Rundsitzgruppe ein Loch gebohrt um den Schalter dort zu platzieren.

Der Ein- und Ausschalter
Der Ein- und Ausschalter © Fritz Berger
Ein- und Ausschalter - Rückseite
Ein- und Ausschalter - Rückseite © Fritz Berger

Batterie anschließen

Im Zuge des Einbaus musste auch eine Batterie montieren werden
Im Zuge des Einbaus musste auch eine Batterie montieren werden © Fritz Berger

Die Batterie wurde in der Nähe der Basisstation aufgestellt. Der Mindestabstand muss 40 cm betragen. Das Mobility Power Pack, das wir hier verwendet haben, ist leichter als herkömmliche Batterien. Solltest du eine Batterie mit mehr Gewicht nutzen, musst du hierfür eine geeignete Position finden. Schwere Dinge sollten immer in Achsnähe verbaut werden.


Alles richtig verbaut?

Jetzt wird die Funktion getestet. Am besten testet du deinen Neueinbau im Freien, mit viel Platz drum herum und auf ebenem Gelände. 

Wir mussten gleich feststellen, dass etwas nicht funktioniert. Unglücklicherweise haben wir beim Einbau zwei Kabel vertauscht, dadurch fuhr der Wohnwagen nur nach links und nach rechts. Während der Problemfindung haben wir den Rangierantrieb abgeschwenkt und dann kam der Wohnwagen plötzlich ins Rollen. Er rollte alleine von den Keilen bis wir schnell die Handbremse ziehen und Schlimmeres verhindern konnten. 

Diese unachtsame Erfahrung soll dir nicht mehr passieren. Prüfe unbedingt, ob du alle Kabel richtig angeschlossen hast, falls die Rangierhilfe nicht das tut, was sie soll. 
 

Wichtig:
Beim An- und Abschwenken der Rangierhilfe den Wohnwagen unbedingt gegen Wegrollen sichern, indem die Handbremse gezogen wird.
Während des Rangierens sollte sich niemand im Umfeld aufhalten, besonders auf spielende Kinder ist zu achten.
Du solltest immer alle Seiten des Wohnwagens im Blick haben, verschaffe dir einen Überblick, schließlich lässt du ein Tonnengefährt gerade per Knopfdruck rollen.

Erste Inbetriebnahme

1. Handbremse ist gezogen

2. Wohnwagen steht auf ebenem, freiem Gelände

3. Alle Menschen und Kinder sind außerhalb des Rangierbereichs

4. Schalte den Hauptschalter der Batterie ein

5. Mithilfe der Fernbedienung lässt du die Rangiermotoren automatisch anschwenken

6. Wenn die Antriebsrollen am Reifen anliegen, kannst du die Handbremse lösen

7. Mithilfe der Steuerungselemente auf der Fernbedienung fährt der Wohnwangen vor, zurück und seitlich

8. Vor dem Abschwenken der Antriebsrollen immer Handbremse ziehen, damit der Wohnwagen gegen Wegrollen gesichert ist


Das solltest du noch beachten

• Die Rangierhilfe kann auch zum Ankuppeln des Caravans am Auto genutzt werden.
• Vor dem Losfahren immer die Antriebsrollen vom Reifen zurückschwenken lassen!
• Der Wohnwagen kann mithilfe des Rangierantriebs auf Keile gefahren werden
• Hat der Wohnwagen seine Parkposition gefunden und steht auf den Keilen, sollte der Rangiermotor immer abgeschwenkt werden und vorher natürlich die Handbremse gezogen sein!
• Für zukünftige Reisen und das dazugehörige Beladen deines Reisegefährts muss du jetzt wissen, dass das Gewicht deiner Rangierhilfe und der Batterie nun zur Zuladung dazugerechnet werden muss! In unserem Beispiel sind das 36,2 kg mehr an Gewicht, die wir verbaut haben. 


Fazit: eine Rangierhilfe bringt enorme Vorteile

Das Ergebnis bringt enorme Vorteile
Das Ergebnis bringt enorme Vorteile © Fritz Berger

Mit einer guten Vorbereitung und für technisch Versierte kann der Einbau einer Rangierhilfe gelingen. Das Ergebnis bringt enorme Vorteile. Gerade für schwere und große Wohnwägen ist diese technische Raffinesse ein sehr großer Zugewinn. Urlaub kann so ganz entspannt beginnen und durch den Selbsteinbau bleibt auch noch mehr für die Reisekasse!