Welche Gase können beim Camping zur Gefahr werden?

Das unsichtbare Atemgift: CO

Kohlenstoffmonoxid, oder auch Kohlenmonoxid genannt, kurz CO, ist ein geruchsloses, farbloses und geschmackloses Gas, das überall dort auftaucht, wo beispielsweise Holz, Gas, Öl, Benzin oder auch Holzkohle verbrannt werden. 

CO-Gas entsteht beim Betrieb der Heizung, beim Kochen mit dem Gasherd oder beim Grillen mit dem Holzkohlegrill. Solange genügend Sauerstoff vorhanden ist und die Brennstoffe durch eine ausreichende Luftzufuhr vollständig verbrennen, geht keine Gefahr durch CO aus. Andererseits führt CO-Gas in geschlossenen Räumen zur Vergiftung und somit zum Tod.


Flüssiggas: ein Dauerbrenner

Für die Versorgung in deinem Reisemobil brauchst du Flüssiggas in Camping-Gasflaschen. Dieses Flüssiggas, kurz LPG (engl. Liquified Petroleum Gas), das hauptsächlich aus Butan und Propan besteht, ist schwerer als Luft. Zwar ist Campinggas farblos, dennoch hat es einen besonderen Geruch, den man unweigerlich wahrnimmt, wenn Gas ausströmt. Zusammen mit Luft ist LPG hochentzündlich, explosionsfähig und wirkt in hohen Konzentrationen narkotisierend und kann zum Erstickungstod führen.


Betäubungsgas

Ein weiteres Gas, dem du leider unfreiwillig ausgesetzt sein kannst, ist Narkose-, Betäubungs- oder auch K.O.-Gas. Kriminelle verwenden es, um Urlauber in ihren Wohnmobilen zu betäuben und anschließend die Wertsachen zu stehlen. 


Wie kann man sich vor Gasausstritt schützen?

Grundsätzlich ist zu vermeiden, dass Gas unkontrolliert ausströmt. Aus dem Grund ist die Wartung der Gasanlage in deinem Reisegefährt Pflicht. Trotzdem solltest du regelmäßig überprüfen, ob die Gasleitungen keine sichtbaren Beschädigungen aufweisen.


Wichtige Umgangsregeln mit Gas

Beim Gasgebrauch für eine gute Belüftung sorgen. Wenn du in deinem Camper kochst, öffne mindestens das Fenster an der Küche.

Die Gasprüfung ist gesetzlich alle zwei Jahre vorgeschrieben und muss in einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

Schließe die Gasflaschen bei Nichtgebrauch.

Die Verwendung eines Gaswarners.
 


Die Wahl des richtigen Gasmelders

Ein Gaswarner reagiert auf bestimmte Gaskonzentrationen in der Luft und gibt dann einen Warnton von sich. Kohlenmonoxid Warnmelder reagieren, wenn die Konzentration in der Luft einen gesundheitsgefährdenden Grenzwert überschreitet. So auch die Warnmelder, die auf LPG und Betäubungsgase reagieren. Ist zu viel Gas in der Raumluft, geht der Alarm los.

TriGas-Warner mit optischem und akustischem Alarm
TriGas-Warner mit optischem und akustischem Alarm © Hersteller

Der TriGasAlarm von Linnepe warnt vor Propan, Butan und Betäubungsgas.

Zuverlässige Gaswarner findest du hier.

Wichtig: Wenn du dir also einen Gasmelder zulegst, achte unbedingt darauf, auf welche Gase der Melder anschlägt. Es gibt Kombigeräte, die auf alle Gase reagieren, oder du verwendest einen CO-Melder und ein weiteres Gerät für LPG und Narkosegase


Die richtige Einbauposition

Da Propangase schwerer als Luft sind, muss das Gerät, dass dieses Gas erkennt, unbedingt in Bodennähe angebracht sein. Bei einigen Kombigeräten, die sowohl Kohlenmonoxid, LPG und Betäubungsgase wahrnehmen, wird der Einbau von 30 cm über dem Boden empfohlen. Befolge hier die Einbauempfehlungen in der Anleitung deines Gerätes. 

Besonders im Schlafbereich deines Campers solltest du einen Gaswarnmelder installieren. 
Solltest du in mehreren Bereichen einen Melder anbringen wollen, gibt es noch zusätzliche Sensoren, die du an den Hauptwarnmelder anschließen kannst. So kannst du mehrere „Räume“ absichern.

Caratec CEA100G Gassensor mit Zusatzsensor
Caratec CEA100G Gassensor mit Zusatzsensor © Hersteller

Das Kombigerät von Caratec erkennt Propan/Butan, Kohlenmonoxid sowie KO-Gase und alarmiert, bevor die Konzentration dieser Gase in der Luft gefährlich werden kann. 

Mit dem Zusatzsensor können noch weitere Raumbereiche abgesichert werden.


Gasmelder benötigen einen Bordstromanschluss

Damit der Melder das tut, was er tun soll, braucht er Strom. Folglicherweise ertönt trotz austretendem Gas kein Alarmsignal, wenn kein Strom fließt. Diesen erhält er somit nur, wenn dein Wohnwagen am Landstrom hängt oder du im Reisemobil ein Autarkie Paket besitzt. Möchtest du eine dauerhafte Stromversorgung gewährleisten, musst du den Gaswarner an eine Batterie anschließen oder du überwachst die Stromversorgung mit einem Spannungswächter. Dieses Gerät macht dich darauf aufmerksam, wenn die Stromversorgung unterbrochen ist. 


Was tun, wenn der Gaswarnmelder Alarm schlägt?

Solltest du ein Gasleck haben, bleibe ruhig und gehe wie folgt vor:

• Öffne sofort alle Fenster und Türen in deinem Fahrzeug
• Betätige keine elektronischen Schalter
• Auf keinen Fall solltest du jetzt mit einem Feuerzeug hantieren
• Kein offenes Feuer, falls noch eine Kerze brennt, sofort auslöschen
• Unterbreche sofort die Gaszufuhr indem du den Gashahn der Campinggasflasche zudrehst
• Lasse die Gasanlage von einem Fachmann überprüfen


Fazit: ein sinnvoller Schutz

Ein kleines elektronisches Gerät, das Leben retten kann, sollte in jedem Freizeitfahrzeug seinen Platz finden.