Wie viele Personen sollen im Zelt schlafen?

Dein Zelt ist beim Campen dein Schlafplatz. Wird es nur zum Schlafen verwendet, sollte das Zelt für mindestens die Personenzahl ausgelegt sein, die darin übernachtet. Für zwei Personen benötigst du also ein Zwei-Personen-Zelt. Bedenke dabei jedoch, dass viele Hersteller bei der Angabe „Zwei-Personen-Zelt“ wirklich nur den Platz berücksichtigen, den zwei Menschen benötigen, die nebeneinander liegen.

Soll das Übernachten im Zelt ein bisschen komfortabler sein und auch zusätzlichen Platz für Rucksäcke, Taschen oder ein paar Kleidungsstücke bieten, nimmst du am besten ein Drei-Personen-Zelt für zwei Personen und entsprechend ein Vier-Personen-Zelt für drei Personen.

Hast du sehr viel Platzbedarf kannst du natürlich auch zu zweit in einem Vier-Personen-Zelt nächtigen. Diese Größe bietet sich übrigens auch an, wenn du mit Kind oder Kindern zeltest. Sie haben dann bei Regen ein wenig Platz zum Spielen. Wenn du nicht zwingend auf das Zeltgewicht achten musst, bietet es sich immer an, ein möglichst großes Zelt zu nehmen. Mehr Fläche bedeutet immer auch mehr Campingkomfort.

Ein bisschen mehr Privatsphäre bieten übrigens Campingzelte mit einer oder mehreren abgetrennten Schlafkabinen, wie z.B. das Berger Familienzelt Lagoon. Dieses Zelt besitzt zwei Kabinen, deren Türen blickdicht verschlossen werden können.


Welche Innenmaße soll das Zelt haben?

Berger Busvorzelt Touring-L TC
Berger Busvorzelt Touring-L TC © Fritz Berger

Bist du oder deine Begleitpersonen größer als der Durchschnitt, solltest du unbedingt auf die Zeltinnenmaße achten. Denn es wäre ja ungemütlich, wenn das Zelt nachts offen bleiben muss, damit deine Beine ausgestreckt Platz haben. Auch die Stehhöhe ist interessant. Wenn du im Zelt auch mal aufrecht stehen möchtest, solltest du auf die Innenhöhe achten.

Wenn du das Zelt nur zum Schlafen benutzt, reicht es, wenn du nach einem langen Wandertag einfach nur in deine gemütliche „Höhle“ krabbeln kannst. 

Busvorzelte haben immer eine ausreichende Stehhöhe. Sie werden nämlich in der Regel an der Kederleiste des Busses angebracht. Mit einem Busvorzelt kannst du deinen Bus um zusätzliche Schlafplätze erweitern oder du verwendest das Zelt zum Schlafen und nutzt den Bus wie eine Art „Wohnzimmer“ zum Lesen, Fernsehen oder Essen.


Einwandiges oder doppelwandiges Zelt?

Zelte gibt es mit einer oder zwei Wänden. Zweiwandige Zelte haben eine Luftschicht zwischen äußerer und innerer Zeltwand. Einwandige Zelte sind vor allem beim Aufbauen von Vorteil. Allerdings bieten diese Zelte eine geringere Isolierung bei Kälte ebenso wie bei Hitze. Wird nicht ausreichend gelüftet, kann sich Kondenswasser an der Zeltplane sammeln.

Doppelwandige Zelte mit Außen- und Innenzelt sind dank der isolierenden Luftschicht besser belüftet. Bei großen Zelten hängt die Schlafkabine meist schon im Zelt, diese trägt ebenfalls zur Isolierung bei. Wenn du in heiße Gefilde in Urlaub fährst, achte darauf, dass dein Zelt eine Belüftung im Dach verbaut hat. Eine kleine Zwischendecke hilft auch gegen zu große Hitzeentwicklung.

Der Zeltboden wird je nach Modell eingehängt oder er ist fest eingenäht. Wichtig dabei ist, dass der Boden keine Feuchtigkeit „von unten“ durchlässt und Lüftungsschlitze oberhalb für ausreichend Luftzirkulation sorgen.

Tipp: Auf heißen Campingplätzen einfach mit etwas Abstand ein Tarp oder ein Sonnendach als „Tropendach“ über das Zelt spannen. Der Grund dafür ist, dass die heiße Luft sich unter dem Zusatzdach sammelt und ein aufkommender Wind sie einfach davontragen kann. So heizt sich dein Zelt nicht ganz so schlimm auf.

Bei manchen Tunnelzelten kannst du den Eingang übrigens als Sonnendach verwenden. Dadurch lässt sich die Fläche vor dem Zelt auch im Sommer perfekt nutzen.


Belüftung? Für was denn das?

Zelte verfügen über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, das viel Feuchtigkeit nach außen trägt.
Zelte verfügen über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, das viel Feuchtigkeit nach außen trägt. © Fritz Berger

Klar: wenn es warm ist, soll ein Luftzug durch dein Zelt gehen. Aber gute Belüftungsmöglichkeiten mit Regenschutz sorgen auch für Trockenheit im Zelt. Wenn du im Zelt schläfst, sammelt sich jede Menge Kondenswasser, sei es vom Boden oder deiner Atmung. Das Wasser muss möglichst schnell wieder aus dem Zelt gebracht werden, da sich sonst ein muffiger Geruch einstellen kann. Moderne Zelte verfügen über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, das viel Feuchtigkeit nach außen trägt. Das erspart dir allerdings nicht, deinen Schlafsack und die anderen Utensilien ab und an draußen zu lüften und trocknen zu lassen!


Übersicht Zelttypen

Für welche Zeltform du dich entscheidest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So solltest du berücksichtigen, welches Wetter beim Campen vorherrschend sein wird. Darüber hinaus darfst du überlegen, wie komplex der Aufbau sein darf.

Berger Tunnelzelt Sierra 6
Berger Tunnelzelt Sierra 6

Tunnelzelt

Mit dem Tunnelzelt entscheidest du dich für einen echten Klassiker zum Campen. Das Zelt besteht aus Bögen, die ihm eine Tunnelform geben. Die besondere Konstruktion nutzt den zur Verfügung stehenden Raum optimal aus, da die Seitenwände vergleichsweise steil sind. Zum Campen mit der Familie sind sie auf Grund der bauchigen Bauweise ideal.

Ein Nachteil dieser Zelte ist, dass sie durch die großen Seitenflächen eine gute Angriffsfläche für Wind bieten. Bei stürmischen Wetterbedingungen solltest du darauf achten, dein Tunnelzelt mit der schmalen Seite zum Wind auszurichten.

DWT Steilwandzelt Villa 6
DWT Steilwandzelt Villa 6

Steilwandzelt

Das Steilwandzelt scheint altmodisch zu sein, erfreut sich aber immer noch einer Fangemeinde. Der Aufbau dauert im Normalfall länger als der von einem Tunnelzelt. Da die Stangen meist noch einzeln zusammengesteckt werden müssen. Der Vorteil liegt an der fast im gesamten Innenraum vorhandenen Stehhöhe. Nicht umsonst werden diese Zelte auch als Hauszelt bezeichnet. Die großen Steilwandzelte werden oft aus Baumwolle gefertigt und sind atmungsaktiv. Die Zelthaut und das Gestänge sind stabil und auf Langlebigkeit ausgerichtet.

Mountain Guide Malo III
Mountain Guide Malo III

Igluzelt/Kuppelzelt

Bei diesen Zelten kreuzen sich zwei Gestänge. Sie bilden die Iglu- oder Kuppelform, denn über diesem Gestänge werden die Zeltwände befestigt. Kuppel- und Igluzelte gibt es als doppelwandige oder einwandige Ausführung. Ein Vorteil liegt im einfachen Aufbau. Diese Zelte sind außerdem resistent bei Wind und allgemein sehr stabil.

Ein Nachteil ist, dass sich durch die flacheren Wände keine wirkliche Stehhöhe ergibt.

Mountain Guide Carpi II
Mountain Guide Carpi II

Geodät Zelt

Eine Weiterentwicklung des Igluzelts: hier werden mehrere Stangen miteinander gekreuzt. Das ergibt ein sehr stabiles Gebilde, das extremen Wind- und Wettersituationen gewachsen ist. Geodät Zelte sind klein und leicht, perfekt für das Gebirge oder die Polkappen.  Geodät Zelte haben meist eine höhere Wassersäule (5.000 oder auch 8.000) als normale Campingzelte. Dadurch bleibt das Zelt dicht, auch wenn der Regen bei Sturm mit sehr hohem Druck und Intensität auf die Zeltwand prallt.

Berger Wurfzelt Calgary 4
Berger Wurfzelt Calgary 4

Wurfzelt – selbstaufstellendes Zelt

Ein Wurfzelt hat den großen Vorteil, dass es sehr schnell aufgebaut wird. Es wird einfach ausgepackt und losgelassen: Mit ein paar Heringen befestigen und schon steht es. Konstruktionsbedingt bieten Wurfzelte meist nicht so viel Platz wie Tunnel- oder Igluzelte. Deshalb sind Wurfzelte eher für Trekkingtouren und nur zum Übernachten geeignet. Natürlich gibt es auch große Wurfzelte, wie zum Beispiel das Berger Calgary, allerdings sind diese eher die Seltenheit. 

Berger Campo 4-L
Berger Campo 4-L

Luftzelt

Luftzelte nehmen die letzten Jahre rasant an Bedeutung zu. Kein Wunder, denn der Kampf mit dem Gestänge war für viele ein Graus. Das Luftzelt ist um vieles einfacher aufgestellt. Nimm dein Zelt einfach aus dem Packsack, schließe deine Pumpe oder den Kompressor an und pumpe die Air-Beams oder auch „Luftrippen“ auf den gewünschten Druck. Das Zelt stellt sich selbst auf, du musst es nur noch mit Heringen und Abspannschnur befestigen. Fertig! Gestänge-Bruch gehört der Geschichte an, denn die Luftschläuche knicken bei starkem Schneefall, Wind oder Temperatursturz nur leicht ein, lassen sich aber mit ein paar Pumphüben schnell wieder aufrichten.


Welche Wassersäule braucht mein Zelt?

Die Wassersäule ist eines von verschiedenen Kriterien, um ein Zelt mit guter Widerstandskraft gegen Wasser auszuwählen. Deshalb solltest du auf Zelte zurückgreifen, deren Wassersäule mindestens 3.000 Millimeter misst. Um gegen eindringendes Wasser vorzubeugen, dürfen aber Imprägnierspray ebenso wenig fehlen wie Nahtdichter oder Zeltnaht-Abdichtband.

Um den Zeltboden vor eindringendem Wasser und auch vor Beschädigungen durch spitze Steine zu schützen, empfiehlt es sich ohnehin, zusätzlich eine wasserfeste Zeltunterlage zu verwenden.

Weitere Informationen zur Wassersäule findest du hier.


Zelthaut Material

Aus was für einem Material soll dein Zelt sein? Wie bei einer guten Kleidung gibt es auch bei der Zelthaut verschiedene Materialien für die verschiedenen Camper-Typen. Wenn du Trekking machst, willst du natürlich ein möglichst leichtes Zelt, bist du in den Bergen unterwegs sollte es noch dazu reiß- und sehr windfest sein. Für den Urlaub in England wäre vielleicht extrem wasserfestes Zelt von Vorteil, während beim Spanienurlaub was Atmungsaktives die Hitze vom Zeltinneren fernhält.

PVC – sehr schwere Lösung, aber auch sehr stabil. Wird oft für Ganzjahresvorzelte und Dauerzelte benutzt.

Zeltgewebe – das mit Acrylat beschichtetes Polyestergewebe ist ebenfalls schwer und stabil. Meist werden Zelte aus diesem Material als Saisonzelt für Wohnwagen verwendet.

Baumwolle – Atmungsaktiv, mit gutem Raumklima, aber keine leichte Lösung. Wenn man aufs Gewicht achten muss, ist ein Baumwollzelt keine wirkliche Alternative als Reise- oder Campingzelt

Polyester – das Material ist günstig, leicht, UV-beständig und hat kaum Nässedehnung. Das im Moment gängigste Material für Campingzelte.

Ripstop Nylon –  Nylon wird durch Ripstop, dem Einweben von Kettenfäden, stabiler gemacht - du kannst das Material an den kleinen Karos erkennen. Das Ripstop Nylon ist sehr stabil und leicht, hat aber eine nicht ganz so gute UV-Beständigkeit. 


Fazit: Beim Campen lieber eine größere Zeltgröße wählen

Wenn du beim Zelten ausreichend Platz zum Schlafen und für Taschen oder Equipment haben möchtest, greifst du am besten zu einem Mehrpersonen-Zelt, auch wenn du nur zu zweit unterwegs bist. Schön ist es, wenn du das zweite Schlafzelt als Vorratskammer und/oder Kleiderschrank benutzen kannst. Bei längeren Urlauben ist es toll, wenn du im Zelt so viel Platz hast, dass du auch mal vor dem Schlafzelt sitzen, kochen oder spielen kannst.  Für den schnellen Wochenendtrip kannst du beim Campen unter normalen Wetterbedingungen mit einem kleinen Kuppel-, Tunnel- oder Igluzelt nichts falsch machen.