1. Ein wintertaugliches Campingfahrzeug wählen

<p>Auch mit einem Campingbus mit Stoffdach ist Wintercamping möglich. Die Innenseiten des Aufstelldachs kannst du mit Isoliermatten verkleiden.</p>

Auch mit einem Campingbus mit Stoffdach ist Wintercamping möglich. Die Innenseiten des Aufstelldachs kannst du mit Isoliermatten verkleiden.

© Tobias Weinhold - unsplash.com

Campen im Sommer:

Warmes Wetter vereinfacht die Wahl des richtigen Campingfahrzeugs enorm. Vor dem Kauf machen sich Camper höchstens Gedanken über große Fenster zum Lüften oder die leistungsstärkste Klimaanlage.
 

Campen im Winter:

Keine Angst, dein vorhandenes Wohnmobil oder deinen Wohnwagen musst du im Winter nicht gegen ein spezielles Modell tauschen. Willst du aber auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig verreisen, solltest du bereits beim Kauf deines Reisemobils oder Caravans Wert auf bestimmte Ausstattungsmerkmale legen.  

1. Die Isolierung
Erkundige dich, ob und wie der Wohnbereich isoliert ist. Möchtest du ein Campingfahrzeug selbst ausbauen, denke daran, eine Isolierung an Wänden, Decke und Boden anzubringen. Insbesondere Kastenwagen (Handwerkerfahrzeuge) sind in der Regel nur von einer ungedämmten Blechhülle umgeben.

2. Die Heizung
Größere Wohnmobile und Wohnwagen sind von Werk ab mit einer Heizung ausgestattet. Bei kleinen Campingbussen oder Minicampern dagegen ist eine Heizung keine Selbstverständlichkeit. Beim Neukauf lässt sich gegen Aufpreis oftmals eine Heizung optional bestellen. Auch bei einem vorhandenen Campingfahrzeug, kannst du ein Heizgerät nachträglich einbauen lassen. Befindet sich der Schlafbereich in einem Aufstelldach aus Stoff, kann es dennoch unangenehm kalt werden. In diesem Fall helfen Isoliermatten, die du mit Klettbändern an der Innenseite des Hubdaches anbringen kannst.

3. Die Wasseranlage
Auch die Wasseranlage (siehe auch Punkt 7) ist nicht bei jedem Campingfahrzeug uneingeschränkt wintertauglich. Denn der Abwassertank befindet sich üblicherweise am Unterboden, außerhalb des beheizten Wohnraums. Und nicht jedes Wohnmobil besitzt einen beheizten oder isolierten Abwassertank. Sind Abwassertank oder Ablassventil vereist, kannst du das Grauwasser nicht mehr entsorgen.


2. Deinen Camper fit für den Winter machen

Campen im Sommer:

Ohne Abfahrtskontrolle solltest du auch im Sommer nicht auf die Urlaubsreise starten. Aber wer überprüft vor dem Sommerurlaub schon, ob die richtigen Reifen montiert und die entsprechenden Flüssigkeitsbehälter mit Frostschutz versehen sind?
 

Campen im Winter:

Verreist du mit einem Wohnwagen, kannst du diesen Tipp getrost überspringen. Da in diesem Fall dein Zugwagen auch Alltagsfahrzeug ist, stattest du es unabhängig von Urlaubsfahrten mit wintertauglichen Reifen und Frostschutzmittel aus – solltest du zumindest, wenn dir die Verkehrssicherheit am Herzen liegt.

Für Wohnwagen gibt es keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Dennoch sorgen Winterreifen auch am Anhänger für ein stabileres Fahrverhalten auf Schnee und Eis.

Machst du dagegen Campingurlaub mit einem Wohnmobil oder Campingbus, solltest du vor der Abreise in den Winterurlaub noch einmal bewusst prüfen, ob das Fahrzeug fit für eisige Temperaturen und verschneite Straßen ist.

 

  • Winterreifen: Grundsätzlich sind Ganzjahresreifen für Wohnmobile empfehlenswert. Bist du häufig in schneereichen Regionen unterwegs, bieten Winterreifen noch mehr Sicherheit. Sieh auf der Reifenflanke nach, ob dort ein Schneeflocken-Symbol abgebildet ist. Falls nicht, musst du vor dem Campingausflug wintertaugliche Reifen aufziehen.
  • Schneeketten: Für Fahrzeuge schwerer als 3,5 Tonnen und auf bestimmten Streckenabschnitten können Schneeketten verpflichtend sein. Bedenke auch, dass Zufahrten zu Campingplätzen nicht immer tadellos geräumt sind.
  • Scheiben-Frostschutz: Versetze das Scheibenwasser noch vor dem ersten Frost mit Frostschutzmittel oder verwende eine geeignete Fertigmischung.
  • Eiskratzer: Vergewissere dich, dass ein Eiskratzer für die Scheiben an Bord ist. Am besten verstaust du ihn griffbereit im Ablagefach der Fahrertür.
  • Besen und Leiter: In schneereichen Wintern sind Leiter und Besen hilfreich, um das Dach von größeren Schneemengen zu befreien.

3. Streckenplanung an die Witterung anpassen

Gesperrte Alpenstraßen kosten Zeit und Nerven. Informiere dich im Voraus, ob alle Passstraßen entlang der geplanten Route befahrbar sind.
Gesperrte Alpenstraßen kosten Zeit und Nerven. Informiere dich im Voraus, ob alle Passstraßen entlang der geplanten Route befahrbar sind. © Fredy Thürig – stock.adobe.com

Campen im Sommer:

Größere Baustellen oder Streckensperrungen gibt es das ganze Jahr über. Darum schadet es nicht, wenn du dich über den Streckenverlauf und mögliche Verkehrsbehinderungen informierst.


Campen im Winter:

Bist du mit einem Camper unterwegs, musst du im Winter nicht nur längere Bremswege und rutschige Kurven beachten. Es kann auch sein, dass du bestimmte Straßen gar nicht befahren darfst. In den Wintermonaten können beispielsweise Passstraßen in den Alpen gesperrt sein. Entweder grundsätzlich oder nur für bestimmte Fahrzeuge (z.B. Gespanne oder Lkw und Wohnmobile über 3,5 Tonnen). Erkundige dich daher bereits vor der Abfahrt, ob du möglicherweise einen Umweg einplanen musst. 

Ähnlich verhält es sich auch mit Fährverbindungen. Erkundige dich rechtzeitig über die Fahrzeiten, wenn du mit einer Autofähre übersetzen möchtest. Es gab in der Vergangenheit schon Winter, in denen große Flüsse wie Rhein oder Donau teilweise zugefroren waren.


4. Einen geeigneten Campingplatz finden

Campen im Sommer: 

Im Sommer willst du schnell in die Natur und möglicherweise den Tag am Strand genießen. Mit einem Fahrrad kannst du auch größere Entfernungen zum Supermarkt oder in die nächste Stadt zurücklegen.

Campen im Winter: 

Nicht alle Campingplätze sind ganzjährig geöffnet. Informiere dich vor der Abfahrt, welches Ziel du in deinem Winterurlaub ansteuern kannst. Auch über die Ausstattung des Campingplatzes solltest du dich erkundigen. In beliebten Winter-Reiseregionen, beispielsweise im Alpenraum, bieten Campingplätze für Wintercamper oftmals besonderen Komfort. 

Diese Ausstattung sollte ein wintertauglicher Campingplatz bieten:

  • Ein Trockenraum ist im Skiurlaub besonders praktisch. Denn darin kannst du deine Wintersportausrüstung unterstellen.
  • Beheizte Sanitärräume sind fürs Wintercampen essenziell, wenn du auf dem Campingplatz duschen möchtest.
  • In einem Aufenthaltsraum kannst du dich mit anderen Campern zusammensetzen. Manchmal gibt es hier auch eine Kochmöglichkeit. Bücher oder Spiele gehören oft zum Inventar.

Achte auf die Lage des Campingplatzes. Dies gilt vor allem bei längeren Aufenthalten mit einem Wohnmobil oder Campingbus. Während du im Sommer auch weiter entfernte Supermärkte mit dem Fahrrad erreichst, ist dein Bewegungsradius beim Wintercampen begrenzter. Da ist es praktisch, wenn der gewählte Campingplatz einen eigenen Supermarkt betreibt, oder sich ein Lebensmittelgeschäft zumindest in fußläufiger Entfernung befindet.


5. Für ausreichend Strom sorgen

Auf Camping- und Stellplätzen findest du häufig solche Kästen. Hier kannst du dein Wohnmobil oder deinen Caravan an den Landstrom anschließen.
Auf Camping- und Stellplätzen findest du häufig solche Kästen. Hier kannst du dein Wohnmobil oder deinen Caravan an den Landstrom anschließen. © Fritz Berger

Campen im Sommer:

Da du hauptsächlich am Strand liegst oder die Umgebung auf dem Fahrrad erkundest, ist der Stromverbrauch im Wohnwagen oder Wohnmobil gering. Hast du längere Zeit keinen Anschluss an die Stromleitung, kannst du die Bordbatterie mit Hilfe einer Solaranlage laden.


Campen im Winter:

Dieser Rat richtet sich insbesondere an Wohnmobilisten, die Stellplätze ansteuern oder frei stehen möchten. Denn in diesen Situationen habt ihr möglicherweise keinen Anschluss an den Landstrom. In der Regel ist der Stromverbrauch im Winter höher als beim Badeurlaub. Schließlich verbringst du mehr Zeit im Reisemobil, nutzt möglicherweise eine Satellitenanlage und da es früh dunkel wird, lässt du das Licht länger an.

Mehr Unabhängigkeit vom Stromnetz erhälst du mit einem Solarmodul. Da die Sonnennstunden im Winter jedoch geringer ausfallen, ist Solarenergie nicht ganz so effizient wie im Sommer. Ist das Solarpanel mit Schnee bedeckt, produziert es weniger bis gar keinen Strom mehr. 

Mit einer Brennstoffzelle dagegen lässt sich Strom unabängig von Sonnenlicht, Wind und Außentemperatur erzeugen. Da sich die Anschaffungskosten allerdings auf mehr als 2.000 Euro belaufen, rechnet sich diese Technik nur, wenn du häufig autark übernachtest.


6. Beim Heizen Gas geben

Eine Umschaltanlage, wie diese Truma Duocontrol, erlaubt den Anschluss von zwei Gasflaschen gleichzeitig.
Eine Umschaltanlage, wie diese Truma Duocontrol, erlaubt den Anschluss von zwei Gasflaschen gleichzeitig. © Hersteller

Campen im Sommer: 

Wenn du sparsam mit Herd, Kühlschrank und Warmwasser umgehst, kannst du eine 11-kg-Gasflasche über 20 Tage lang benutzen. Die Heizung benötigst du in der Regel nicht oder nur ganz selten (zum Beispiel in kühlen skandinavischen Nächten).


Campen im Winter:

Während der Wintermonate musst du den Wohnraum heizen. Klingt erst einmal logisch, denn zuhause drehst du die Heizung normalerweise auch nur im Winter auf. In einem Wohnmobil oder Wohnwagen erwärmt sich der Wohnraum jedoch nicht so ohne weiteres Zutun. 

Die meisten Campingheizungen verbrennen Gas. Wie lange deine Gasflasche durchhält, hängt vom Verbrauch deiner Heizung und anderer Gasgeräte (z.B. Kühschrank oder Kocher) ab. Je nach Außentemperatur und Kältempfinden kann eine Gasflache mit elf Kilogramm Inhalt drei bis vier Tage lang halten.

Den Füllstand deiner Gasflasche solltest du regelmäßig mit einem Füllstandsmesser kontrollieren. Nützlich beim Wintercampen ist außerdem eine Zweiflaschenanlage, auch Umschaltanlage genannt. Diese ermöglicht es dir, zwei Gasflaschen gleichzeitig mit der Gasanlage zu verbinden. Ist die erste Gasflasche leer, zapft die Gasanlage automatisch die andere Gasflasche an. 

Tipp: Solange du auf einem Stell- oder Campingplatz Anschluss an den Landstrom hast, kannst du auch ein elektronisches Heizgerät (Heizlüfter) als Zusatzheizung nutzen. 


7. Erst aufwärmen, dann Wasser einfüllen

Campen im Sommer:

Frischwasser kannst du ohne Risiko bereits einige Tage vor der Abreise befüllen. Lagerst du das Wasser länger als drei Tage im Frischwassertank, solltest du es mit einem geeigneten Mittel konservieren.  


Campen im Winter:

Beim Wintercamping solltest du deinen Wohnwagen oder dein Wohnmobil aufheizen, bevor du Wasser in den Tank gibst. Der Grund dafür ist eine Schutzfunktion am Boiler. Im Campingfahrzeug ist der Boiler mit einem sogenannten Frostwächter ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein Ablassventil, das sich bei einer Temperatur von maximal 3 Grad Celsius automatisch öffnet – und das noch flüssige Wasser auf die Straße ablässt. 

Der Frostwächter verhindert, dass Wasser im Boiler gefrieren und diesen beschädigen kann. Da sich das Ventil im Innenraum des Campingfahrzeugs befindet (oftmals am Boden eines Schranks oder in einem Staufach), kannst du ein ungewolltes Auslösen des Schutzmechanismus durch vorheriges Heizen verhindern.


8. Platz schaffen für mehr (Stau)raum

Ein Wintervorzelt zeichnet sich durch geringe Grundfläche und ein steil abfallendes Dach aus.&nbsp;
Ein Wintervorzelt zeichnet sich durch geringe Grundfläche und ein steil abfallendes Dach aus.  © Lars Johansson – stock.adobe.com.

Campen im Sommer:

Ein Vorzelt ist Sonnen- und Windschutz zugleich. Statt im heißen Fahrzeug, hältst du dich lieber im Vorzelt auf und machst es dir dort so gemütlich wie möglich. 


Campen im Winter:

Auch wenn du dich im Winter hauptsächlich im Wohnmobil oder Caravan aufhältst, bietet dir ein Vorzelt zusätzlichen Komfort. Für den Einsatz beim Wintercamping gibt es neben den Ganzjahreszelten auch spezielle Wintervorzelte. Charakteristisch bei diesen Vorzelten ist die besonders kleine Grundfläche und das stark abfallende Dach. Dadurch bleibt weniger Schnee auf dem Dach liegen, der das Vorzelt eindrücken könnte.

Vorwiegend dient das Vorzelt im Winter als zusätzlicher Stauraum, beispielsweise für die Skiausrüstung. Aber auch im Winterurlaub kann ein Vorzelt als Erweiterung für den Wohnraum dienen, wenn du es mit einem geeigneten Heizgerät, wie einem Katalytofen oder einem Heizstrahler, ausstattest.


9. Schneeräumen, fast wie zuhause

Campen im Sommer:

Bei diesem Thema erübrigt sich ein Vergleich der Jahreszeiten. Im Sommer fegst du deine Parzelle höchstens mit einem Besen.


Campen im Winter:

Keine Sorge, an dieser Stelle folgt keine Belehrung zur Streu- und Räumpflicht. Ganz ohne Schneeschippen geht es aber auch beim Wintercampen nicht, ansonsten musst du eines Tages schlimmstenfalls über die Dachluke nach draußen klettern. 

Ein Klappspaten hilft, kleinere Flächen von Schnee und Eis zu befreien.
Ein Klappspaten hilft, kleinere Flächen von Schnee und Eis zu befreien. © Hersteller

In schneereichen Regionen sind Campingplätze entsprechend gewappnet. Nicht selten kannst du den Platzwart mit einem Räumfahrzeug oder einer Schneefräse über den Platz fahren sehen. Die eigene Parzelle musst du aber selbst von Schnee und Eis befreien. Nimm also unbedingt eine (klappbare) Schaufel mit. 


10. Mehr Gepäck berücksichtigen

Campen im Sommer:

Bei bestem Badewetter verbringst du den Tag leicht bekleidet im Freien. Im Kleiderschrank finden sich nur die nötigsten Klamotten, eine lange Hose oder ein schickes Kleid, trägst du höchstens, wenn du abends im Restaurant isst. 


Campen im Winter:

Pullover, Jacke, Mütze, Schal: zahlreiche Kleidungsstücke begleiten dich durch den Urlaubsalltag. Und diese benötigen Platz im Kleiderschrank. Bedenke also beim Packen, dass du deine Sachen irgendwo verstauen musst. 


Fazit: Wintercamping? Aber Bitte!

Campen im Winter ist nicht nur möglich, es macht auch richtig Spaß. Vorausgesetzt, du hast die geeignete Ausrüstung dabei und beachtest ein paar Handgriffe beim Umgang mit der Wasseranlage. Dann steht dem Campingabenteuer im Schnee nichts mehr im Wege.