Welche Kühltechniken gibt es?

1. Kompressorklimaanlage

Kompressorklimaanlagen arbeiten mit Kältemittel, das sich von gasförmig zu flüssig in einem zirkulierenden Kreislauf verändert. Mithilfe des Kompressors wird das Kühlmittel unter Druck verflüssigt und zu einem Verdampfer geleitet. Während diesem Vorgang nimmt es die Wärme der Umgebungsluft auf und dabei sinkt die Raumtemperatur. Ein netter Nebeneffekt in Urlausregionen am Wasser: Die Klimaanlage entzieht der Raumluft Feuchtigkeit. 

Sehr gute Kühlleistung

Hoher Stromverbrauch

So gut wie wartungsfrei

Laute Betriebsgeräusche

Trockene Luft

Trockene Luft


2. Verdunstungsklimaanlage

Verdunstungsklimaanlagen arbeiten nach dem Prinzip eines nassen T-Shirts auf der Haut. Stelle dir vor, durch die vorbeiströmende Luft verdunstet das Wasser im Shirt und die Haut fühlt sich somit kühl an. 

Bei dieser Kühlungsart, auch adiabatische Kühlung genannt, wird dem Gerät Wasser zugeführt, das die angesaugte warme Raumluft durch die Verdunstung abkühlt. Durch einen Wärmetauscher gelangt die feuchte, kühle Luft aus dem Gerät. 

Geringer Stromverbrauch

Nicht so effiziente Kühlleistung, dadurch geringere Kühlleistung

Praktisch für kleine Räume, als mobiles, kompaktes Gerät

Durch den Betrieb mit Wasser muss das Gerät öfters gewartet werden

Angenehme, (befeuchtete) Raumluft

Kann der Luft keine Feuchtigkeit entziehen, eher für trockene Regionen mit moderaten Temperaturen geeignet

Weil kein Kompressor verbaut, leisere Betriebsgeräusche


Die verschiedenen Klimaanlagen Arten

1. Dachklimaanlage

Eine Dachklimaanlage findet ihren Platz auf dem Dach des Reisemobils oder Wohnwagens. Der Einbau der Anlage erfolgt meist über eine vorhandene Dachluke. Dabei wird der Fensterrahmen ausgebaut, dann das Gerät in den vorhandenen Dachausschnitt eingehängt und befestigt. Der Luftverteiler wird im Innenraum an das Gerät angeschlossen. Anschließend erfolgt die Verlegung des 230 V Stromkabels. Die Strömungsrichtung lässt sich durch die Auslässe am Luftverteiler individuell einstellen. Wenn dir die Klimaanlage wertvolles Tageslicht raubt, gibt es sogar Geräte mit integriertem Durchblick. Geräte ohne Fenster punkten mit einer attraktiven Beleuchtung. Manche Klimaanlagen verfügen über eine integrierte Wärmepumpe, mithilfe dieser, du dein Fahrzeug noch zusätzlich beheizen kannst. 

© Hersteller
© Hersteller

Dachklimaanlagen gibt es ab 1.650 Euro, allerdings muss bei diesem Preis der Luftverteiler extra dazu gekauft werden. 

Hersteller von Dachklimageräten heißen: Dometic, Teleco, Truma, Webasto.

Dachklimaanlagen nehmen keinen Stauraum weg, wegen Dachverbauung

Mehr Gewicht auf dem Dach. Gewicht: ca. 30 kg (ca. 10 kg schwerer als Staukastenklimageräte) 

Einfacherer Einbau, als beispielsweise Stauraumklimaanlagen

Wegen hohem Schwerpunkt, zeigt sich ein anderes Fahrverhalten

Geringere Einbaukosten, weil weniger Einbauaufwand

Die Verbauung auf dem Dach ist nicht immer bei jedem Fahrzeug möglich, da eine Dachverstärkung vorhanden sein muss


2. Stauraumklimaanlage

Klimaanlagen, die im Stauraum des Reisegefährts verbaut werden, nennen sich Staukasten- oder Stauraumklimaanlagen. Diese Geräte werden, anders als die Dachklimaanlagen, in Bodennähe z.B. unter dem Bett oder im Sitzkasten platziert. Über nach oben geleitete Schläuche wird die kühle Luft im Fahrzeug verteilt. Für das Ansaugen der Luft müssen zusätzliche Löcher in den Fahrzeugboden gebohrt werden. 

Praktisch bei diesem System: Die klimatisierte Luft kann gezielt in einzelne Raumbereiche geleitet werden. So ist es beispielsweise möglich, tagsüber nur die Sitzgruppe zu kühlen und abends dann den Schlafbereich. Wer also noch Platz in den Staufächern hat, für den könnte dieses System einen möglichen Kühlkomfort bieten.

Truma Saphir Comfort RC, Staukastenklimaanlage
Truma Saphir Comfort RC, Staukastenklimaanlage © Hersteller

Stauraumklimaanlagen gibt es ab 1.388 Euro, allerdings muss man die Luftrohre extra dazu kaufen.

Hersteller von Staukastenklimaanlagen heißen: Dometic und Truma.

Geringerer Stromverbrauch

Weniger Beladungsfläche, da der Stauraum vom Gerät eingenommen wird

Leisere Betriebsgeräusche

Viel Montageaufwand

Gezieltere Luftverteilung im Raum

Mehr verbaute Fläche mit Luftschläuchen, die durch das Fahrzeug geführt werden müssen


3. Mobiles Klimagerät

Neben den festverbauten Klimaanlagen gibt es auch mobiles Zubehör, das bei Bedarf in Betrieb genommen werden kann und bei Nichtgebrauch einfach zuhause bleibt. Hier stehen kleine, kompakte Geräte, die auf einem Tisch oder einer Ablage platziert werden können oder große Standgeräte, zur Auswahl. Manchmal ist dieses Equipment sogar per USB Anschluss zu betreiben.

Außerdem gibt es mobile Anlagen, die in das Seitenfenster des Caravans gehängt werden können. Die sogenannte Split Geräte, bestehen aus zwei Instrumenten, eines davon wird außen am Fenster positioniert und das zweit Gerät findet im Innenraum seinen Platz. 

Aufgrund dieser variablen Nutzung ist so auch der Gebrauch in der Wohnung, im Gartenhaus oder auf einem Boot denkbar.

Mobile Geräte gibt es schon ab 99 Euro.

Wesentlich günstiger in den Anschaffungskosten

Begrenzte Kühlleistung

Kein Umbau oder Ausbau nötig

Laute Betriebsgeräusche

Sehr variabel und flexibel in der Nutzung


Wie werden Klimaanlagen bedient?

Klimaanlagen werden im Allgemeinen mit einer Fernbedienung oder direkt am Dachklimagerät gesteuert. Darüber hinaus bieten manche Hersteller auch eine Bedienung per App oder über ein zentrales Bedienpanel im Fahrzeug an.


Alternativen zum Klimagerät

Suchst du nach einer Alternative zur klassischen Klimaanlage, kommt vielleicht für dich der Einsatz eines Ventilators in Frage. Abgesehen von den weitverbreiteten Standventilatoren mit großem Lüfterrad, gibt es auch platzsparende Turmventilatoren. Besonders für das Camping geeignet sind Boxventilatoren, die mit etwas Bastelei in die Dachluke eingehängt werden können. 
Diese flexiblen Geräte sind eine gute Alternativlösung oder auch eine Ergänzung zum Luxusobjekt Klimaanlage.

Ventilatoren gibt es schon ab 20 Euro.


Welche Klimaanlage passt zu dir und deinen Bedürfnissen?

Wie groß ist dein Fahrzeug? Wer reist mit?
Welche Anlage du wählst hängt auch von der Größe deines Reisegefährts ab. Die meisten Klimaanlagen sind für Fahrzeuge bis 6,50 Meter Länge geeignet. Außerdem: Entsprechend der Anzahl der Mitreisenden, wird das Gerät auch länger und öfter in Betrieb sein.

Isolierung und Fenster
Ebenfalls entscheidend ist die Isolierung deines Campers. Besitzt du ein relativ neues, gut isoliertes Fahrzeug, wird die Klimaanlage nicht so viel Leistung erbringen müssen, als in schlecht isolierten Wohnwägen und Räumen mit vielen Fenstern.

Wie viel Zeit verbringst du in deinem Reisemobil?
Bist du vorzugsweise autark unterwegs, kochst und duscht häufig in deinem Fahrzeug, dann benötigst du eher eine Kompressorklimaanlage die der Raumluft die Feuchtigkeit entzieht. Möchtest du das gesamte Fahrzeug herunterkühlen, oder ist es dir nur wichtig angenehme Temperaturen im Schlafbereich zu haben? Auch deine persönliche Wohlfühltemperatur ist ein Kriterium für die Geräteauswahl. Die meisten Menschen mögen Temperaturen zwischen 18 bis 24 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 70 Prozent.


Der Einbau einer Klimaanlage

Grundsätzlich empfehlen wir dir den Einbau einer Klimaanlage vom Profi. Gerade bei Einbauten am Dach, wo es auf Dichtheit ankommt, solltest du einen Fachmann ranlassen, der auch im Schadensfall dafür haftet.


Wichtig: Achte beim Kauf einer Klimaanlage darauf, dass diese einen geringen Anlaufstrom benötigt.

Wenn die Klimaanlage beim Anlaufen einen hohen Stromverbrauch hat, kann es passieren, dass die Sicherung vom Stromanschluss, also die Stromsäule vom Campingplatz, herausfliegt. Campingplätze sind meist unter 10 Ampere abgesichert und Klimaanlagen oftmals über 10 Ampere.


Fazit: ein bisschen Glamping

Für welche Möglichkeit der Kühlung du dich auch entscheidest, achte beim Kauf auf einen geringen Stromverbrauch, auf wenig Gewicht und auf leise Betriebsgeräusche der Anlage. Außerdem musst du dich fragen, wie viel Platz du der Klimaanlage zur Verfügung stellen kannst. Mit diesen Entscheidungsfragen, sollte dir die Anschaffung leicht gelingen und deine Wohlfühltemperatur beim Camping hoffentlich garantiert sein.