Die Vorteile eines Vorzeltbodens

Durch die Unterlage im Vorzelt verhindert man erstens, dass zu viel Schmutz mit in die Schlafkabine getragen wird. Wohnwagen und Wohnmobil bleiben also stets sauber. Auch Ungeziefer wie Ameisen und Käfer werden durch einen Vorzeltboden am Eindringen gehindert. Außerdem hat man immer trockene und saubere Füße, sobald man das Zelt betritt. Durch einen Boden im Vorzelt verwandelt sich dieses in einen Wohnraum und man gewinnt deutlich an Wohnfläche.

Eine Vorzeltunterlage schafft Behaglichkeit und ein Zuhause-Gefühl.


Welcher Boden für welchen Untergrund?

Welcher der beste Zeltteppich für deine Situation ist, hängt vor allem von der Art Urlaub ab, die du verleben willst, aber auch von der Bodenbeschaffenheit. Wir erklären dir ausführlich, worauf es hier ankommt.

Wichtig ist, dass man sich vorher bewusst wird, auf welcher Art Boden man stehen will.

Camper, die saftig grüne Stellplätze bevorzugen, müssen auf andere Sachen achten, als Urlauber, die Campingplätze in trockenen Regionen bevorzugen.


Regeln auf Campingplätzen

So praktisch eine Plane oder ein Teppich unter dem Vorzelt auch sein mag, auf manchen Campingplätzen sind sie verboten und das aus gutem Grund. Was wir Camper an den Unterlagen schätzen, ist ihre Eigenschaft, wasserundurchlässig zu sein. Doch genau diese Eigenschaft schadet der Natur. Durch das engmaschige Gewebe der Planen und mancher Teppiche kann der darunterliegende Rasen nicht mehr ausreichend mit Wasser, Licht und Sauerstoff versorgt werden und stirbt ab. Außerdem schimmelt der Erdboden schnell, was irreparable Schäden für Flora und Fauna verursacht.

Informiere dich deshalb vorher bei dem Campingplatzbetreiber, ob du einen Boden im Vorzelt auslegen darfst und wenn ja, welchen. Planen und Teppiche sollten zudem nicht länger als nötig auf dem Boden liegen. Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du den Boden des Vorzeltes auch mal einen Tag wegräumen, um dem Boden die Chance zu geben, wortwörtlich durchzuatmen.
Schließlich willst du ja Camping mit und in der Natur genießen, ohne sie dabei zu zerstören.


Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Arten, sein Vorzelt mit einem Boden auszustatten. Messe die Fläche deines Vorzeltes vorher aus, um ungefähr zu wissen, wie viel Boden du brauchst. So musst du keine unnötigen Einbußen bei Gewicht und Stauraum hinnehmen. In unserem großen Vergleich der verschiedenen Böden fürs Vorzelt stellen wir die wichtigsten Produkteigenschaften vor, damit du den Überblick behältst.

Berger Allzweckplane
Berger Allzweckplane © Fritz Berger

Plane
Wer überlegt, sein Vorzelt mit einem Boden zu versehen, denkt mit Sicherheit als erstes an eine Plane.

Eine normale Allzweckplane ist praktisch, da sie zu 100 % wasserdicht ist und somit idealen Schutz gegen Schmutz und Witterungseinflüsse bietet. Zudem lässt sich eine Plane leicht reinigen, da loser Schmutz einfach zusammengekehrt werden kann. Angetrockneten Schmutz, beispielsweise von Schuhen, kann man leicht mit etwas Wasser entfernen.

Die Berger Allzweckplane findest du hier.

Man kann Planen in diverse Größen kaufen und so den Vorzeltbereich gut auslegen. Zusammengefaltet nehmen sie kaum Platz weg und sind zudem sehr leicht.

Die eingearbeiteten Ösen an den Rändern sind praktisch, um die Plane mit Heringen gegen Wind zu sichern.

Wichtig ist, dass du beim Kauf bereits darauf achtest, dass die Plane auf keinen Fall größer ist, als dein Vorzelt, da sonst Regenwasser von außen über die Plane in dein Vorzelt laufen kann. Solltest du keine Plane in der richtigen Größe finden, kannst du die überstehenden Ränder falten. Schneide besser nichts von deiner Plane ab, denn viele Planen fransen dann aus und sind unbrauchbar.

Bei längeren Aufenthalten auf dem Campingplatz ist eine Plane aber nicht geeignet, da sie nicht luft- und wasserdurchlässig ist. Es kann also sein, dass sich unter der Plane Schimmel bildet. Das ist nicht gut für die darunterliegende Vegetation und riecht zudem unangenehm.


Universell einsetzbare Wasserschutzplane
Universell einsetzbare Wasserschutzplane © Wasserschuztplane

Plane mit aufblasbarem Rand
Einen noch besseren Schutz vor eindringendem Wasser bieten Planen mit aufblasbaren Seitenrändern. Damit ist endgültig Schluss mit überschwemmten Vorzelten, nassen Vorzeltteppichen und schmutzigem Inventar.
Die Seitenränder der Plane sind in mehrere Kammern unterteilt und können, müssen aber nicht, aufgeblasen werden. Je nach Bedarf entsteht so ein bis zu 10 cm hoher Schutzwall gegen eindringendes Wasser, angeschwemmten Dreck und Ungeziefer.

Die Wasserschutzplane findest du hier.


Teppich aus Polyester
Unter einem Zeltteppich versteht man erst mal keinen flauschigen Teppich, wie du ihn aus dem Wohnzimmer kennst. Zeltteppiche bestehen meist aus gewebtem Polyester – es ist also Plastik. Deswegen sind sie sehr strapazierfähig und bleiben auch dann heil, wenn mal ein Campingstuhl darüber geschoben wird.

Vorzeltteppiche kann man in festen Größen kaufen. Oft gibt es sie aber auch als Meterware, bei der man das gewünschte Maß selbst bestimmen kann. Zeltteppiche lassen sich sehr leicht und meist ohne Ausfransen zuschneiden.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Plane hat der Teppich Maschen, mal gröber mal feiner, die eine Luft- und vor allem Wasserzirkulation sicherstellen. 

Das hat mehrere entscheidende Vorteile:
• das darunterliegende Gras stirbt nicht ab
• der darunterliegende Boden schimmelt nicht
• Regenwasser kann ablaufen
• der Teppich trocknet schnell
• feiner Schmutz fällt durch die Maschen
• grober Schmutz kann einfach abgekehrt werden

Zeltteppiche überzeugen durch ihr geringes Gewicht und lassen sich problemlos falten und verstauen. Nach dem Entfalten bleiben keine unschönen Knicke. Um den Komfort zu erhöhen, gibt es Zeltteppiche mit Weichschaumbeschichtung, auf denen man wunderbar barfuß laufen kann, ohne darunterliegende Steine zu spüren.


Outwell Zeltteppiche aus weichem Lylex-Material
Outwell Zeltteppiche aus weichem Lylex-Material © Hersteller

Zeltteppich
Doch es gibt auch Zeltteppiche, die ihrem Namen alle Ehre machen. Dicke, flauschige Böden, die in das Zelt gelegt werden und auf denen es sich dann sitzt, wie im heimischen Wohnzimmer.

Diese Art von Teppich sollte nicht als unterste Schicht genutzt werden, um die Luftzirkulation zu gewährleisten. Wenn du einen flauschigen Teppich aber auf deine Plane legst, wird das den Wohlfühlfaktor steigern. Viele Hersteller haben dieses Bedürfnis nach Wohlbefinden erkannt und produzieren Teppiche, die genau auf die Maße des Vorzeltes oder Zeltes zugeschnitten sind.

Die Vorzeltteppiche von Outwell findest du hier.


Zerlegbarer und transportabler Kunststoffrost
Zerlegbarer und transportabler Kunststoffrost © Hersteller

Kunststoffrost
Die kleinen Platten mit Steckverbindungen sind unglaublich praktisch, da man sie individuell zusammenfügen kann und so den gewünschten Bereich des Vorzeltes auslegen kann.

Sie sorgen auch auf unebenem Boden für optimale Trittsicherheit und stellen sicher, dass man selbst bei Regen oder Schnee nicht ausrutscht.

Den Kunststoffrost findest du hier.

Kleine Unebenheiten des Untergrundes werden ausgeglichen und so kann man die Roste auch auf steinigem Boden leicht auslegen.

Der entscheidende Vorteil von Kunststoffrost ist, dass der darunterliegende Rasen durch die großen Löcher in den Fliesen weiterhin mit Sauerstoff und Licht versorgt wird und somit nicht abstirbt.

Dank des geringen Gewichtes und der handlichen Größe kann man die einzelnen Teile gut verstauen und muss sich keine Sorgen um das zulässige Gesamtgewicht machen.


Matte Kera Camp
Matte Kera Camp © Arisol

Schmutzfänger
Schmutzfänger oder Fußabtreter sind ein wichtiges Accessoire, von dem man wahrscheinlich nie genug haben kann. Sie sind im Innen- und Außenbereich einsetzbar. 
Am besten legst du bereits einen Schmutzfänger vor das Vorzelt, um dort schmutzige, aber trockene Schuhe abzustreifen und so keinen Dreck mit ins Vorzelt zu bringen.

Schmutzfänger gibt es aus Gummi oder Textilgewebe, Modelle aus Kokosfaser kann man sogar in der Waschmaschine waschen.

Praktische Fußmatten findest du hier.


Integrierter Zeltboden
Es gibt mittlerweile auch Zelte und Vorzelte mit integriertem Zeltboden. Der Boden ist also fest mit den Zeltwänden verbunden.
Das hat Vor-, aber auch Nachteile.
Besser kannst du dich wahrscheinlich nicht gegen Wind und Wetter schützen. 

Da die Bodenwanne fest mit den Zeltwänden verschweißt ist, kann weder Regenwasser noch Bodenfeuchtigkeit von unten eindringen. Außerdem bleibt Ungeziefer sicher draußen. Zudem erleichtert eine fest angeschweißte Bodenwanne den Aufbau des Zeltes beachtlich.

Dadurch kann man aber die Seitenwände des Vorzeltes nicht mehr aushängen. Bei sonnigem Wetter bleibt das Vorzelt also fest verschlossen und es wird schnell warm. Ferner ist die Bodenwanne eine häufige Stolperfalle, da man beim Eintreten ist das Vorzelt oft nicht daran denkt, die Füße höher zu heben als gewohnt.


Holz
Ein Holzboden im Vorzelt wirkt sehr edel, ist aber durch sein großes Gewicht und die enorme Größe nur für Dauercamper geeignet. Die Holzkonstruktion muss auf einer ebenen Fläche errichtet werden, die gut verdichtet ist, um ein eventuelles Absacken des Bodens zu verhindern. Kies oder Sand eignet sich hier gut.

©Annaheim Schreinerei Burgdorf
©Annaheim Schreinerei Burgdorf
©Annaheim Schreinerei Burgdorf
©Annaheim Schreinerei Burgdorf

Am besten fragst du vorher, ob es auf deinem Campingplatz gestattet ist, die Pfeiler einzubetonieren. Nicht alle Betreiber sehen das gerne.
Da der eigentliche Holzboden den Erdboden nicht berühren soll, liegt er vorzugsweise auf einem Gebilde aus Kanthölzern oder einem Edelstahlgerüst. 

Das hat viele Vorteile:
• eine natürliche Isolierung gegen Wärme und Kälte
• Schutz vor eindringendem Wasser
• Schutz vor Staunässe
• Luftzirkulation wird gewährleistet

Mit gewöhnlicher Dachpappe oder einer Plane kannst du die Unterseite der Holzkonstruktion vor Feuchtigkeit schützen. Alternativ kann man hier auch beschichtete Siebdruckplatten nutzen.
Durch das Auslegen einer Holzkonstruktion verringert sich allerdings die Stehhöhe im Vorzelt, wodurch der Wohnwagen angehoben werden muss.


Zeltboden im Winter?

Gerade im Winter willst du sicherlich nicht auf einen Boden im Vorzelt verzichten. Durch den festen Untergrund hast du bereits eine gute Isolierung gegen Kälte geschaffen, denn die sinkenden Temperaturen wirst du zuerst am Boden feststellen. 

Um perfekt gegen die Kälte gewappnet zu sein, kannst du in deinem Vorzelt zusätzlich einen Heizteppich auslegen. In diesen gemütlichen Teppich wurden Karbonfasern oder Glasfasergewebe eingearbeitet. Sobald man den Stecker des Teppichs einsteckt, heizt dieser sich auf und man hat eine wunderbar warme Fußbodenheizung. Wem ein ganzer Teppich zu groß und unhandlich ist, der kann im Winter auf Heizmatten zurückgreifen. Diese arbeiten mit dem gleichen System, sind aber deutlich kleiner und können so mobil eingesetzt werden. Man legt sie unter den vorhandenen Bodenbelag und steckt sie an, um immer und überall warme Füße zu haben.

Zusätzlich ist es besonders im Winter wichtig, ausreichend Schmutzfänger auszulegen, um sicherzugehen, dass der Dreck draußen bleibt.


Zeltboden für Dauercamper

Als Dauercamper hast du den großen Vorteil, dein Vorzelt so luxuriös ausstatten zu können, wie du möchtest. Du musst Planen und Teppiche nicht ständig auf- und abbauen, musst nicht auf den Stauraum achten und dir keine Sorgen um das Gewicht der genutzten Materialien machen.

Deswegen ist jeder Fußbodenbelag möglich. Du kannst frei zwischen PVC, Holz, Laminat oder Teppichboden etc. wählen.

Doch eines vorweg: Da Dauercamper ihre Unterkunft ganzjährig nutzen, müssen sie großen Wert auf eine gute Isolation legen. Zudem spielt Drainage und Luftzirkulation eine deutlich größere Rolle als bei Saison-Campern. Die unterste Schicht des Aufbaues darf weiterhin keine Löcher haben, da sonst das Gras durch den Boden in das Vorzelt wächst.

Die Unterkonstruktion muss außerdem an den Stellen verstärkt werden, an denen später Küchenmöbel, Kühlschrank oder andere schwere Gegenstände stehen werden.

Ein Vorzelt ist dafür ausgelegt, dass es auf dem Erdboden steht. Sobald man darin einen Boden auslegt, verringert sich die Stehhöhe. Bei einem normalen Zeltteppich spielt das keine Rolle, da er nur wenige Millimeter dick ist. Soll das Zelt aber wie bei Dauercampern üblich auf den (Holz-)Bodenplatten befestigt werden, muss der Wohnwagen entsprechend angehoben werden.


Fazit: Der perfekte Zeltboden

Der perfekte Boden im Vorzelt hängt, wie du gesehen hast, von vielen Faktoren ab. Wenn man genügend Stauraum hat und in keinster Weise auf das Gewicht achten muss, sieht der perfekte Bodenbelag für dein Vorzelt so aus:

1. Schicht: Kunststofffliesen auf der gesamten Fläche des Vorzeltes
2. Schicht: Zeltteppich aus Polyester auf der gesamten Fläche des Vorzeltes
3. Schicht: flauschiger Zeltteppich auf einem Teil der Fläche des Vorzeltes
4. Schicht: Heizteppich auf einem Teil der Fläche des Vorzeltes