Wichtige Pflicht für alle:
die Haftpflichtversicherung

Wie Autos, Mofas oder E-Scooter müssen auch deine Campingfahrzeuge mit einer Haftpflichtversicherung abgesichert werden. Die KFZ-Haftpflichtversicherung gehört in Deutschland zu den Pflichtversicherungen, die jedes Fahrzeug haben muss, das am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt. Dein Wohnmobil wird wie ein Kraftfahrzeug versichert. Auch dein Wohnwagen wird versicherungstechnisch wie ein Kraftfahrzeug behandelt und ist nicht automatisch mit dem Zugfahrzeug abgesichert.

Wenn du bereits ein KFZ haftpflichtversichert hast, kannst du beim Abschluss einer Wohnmobil-Haftpflicht von deinem Schadensfreiheit-Rabatt profitieren. Die Police für Wohnwagen ist ohnehin deutlich günstiger als für Wohnmobile oder PKW.

Nutze am besten einen Versicherungsvergleich, bevor du eine Haftpflichtversicherung für deinen Wohnwagen oder Camper abschließt. 
 


Zusätzlicher Versicherungsschutz nicht obligatorisch, aber empfehlenswert

Teil- oder Vollkaskoversicherungen sind zwar nicht verpflichtend, aber dennoch empfehlenswert, wenn du ein eigenes Wohnmobil fährst oder mit dem Wohnwagen Urlaub machst. Denn mit der Haftpflicht sind nur die Schäden abgedeckt, die du selbst verursachst. Schäden durch Brände, Diebstahl oder Unwetter sind nur durch Teil- oder Vollkasko abgedeckt. Um Geld zu sparen, bietet sich ein Versicherungsvergleich an. Prüfe außerdem, wie es um den Versicherungsschutz im Ausland (EU- und Nicht-EU-Länder) bestellt ist. 


Auch für Wohnwagen und Wohnmobile fällt KFZ-Steuer an

Da dein Wohnmobil ein motorisiertes Fahrzeug ist, das am Straßenverkehr teilnimmt, fällt dafür auch KFZ-Steuer an, die von der Schadstoffklasse und technisch zulässiger Gesamtmasse abhängig ist. Für Wohnwagen gibt es ebenfalls eine Besteuerung. Da diese Campingfahrzeuge keinen eigenen Motor haben, berechnet sich die Steuer nach dem zulässigen Gesamtgewicht, und zwar in 200 kg-Schritten. Pro angefangenen 200 Kilogramm werden pro Jahr 7,50 Euro KFZ-Steuer erhoben.


Ohne TÜV darfst du nicht auf die Straße

Ohne bestandene Hauptuntersuchung darfst du laut Straßenverkehrszulassungsverordnung (StVZO) mit deinem Wohnmobil oder Wohnwagen nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Hier gelten folgende Regelungen:

 

  • Wohnanhänger: Diese müssen alle zwei Jahre zum „TÜV“. Ein neuer Wohnwagen bis 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht muss drei Jahre nach der Erstzulassung zur Hauptuntersuchung. 
  • Wohnmobile bis 3,5 Tonnen: Fällt dein Wohnmobil in diese Klasse, muss es alle zwei Jahre zur HU. Ist es neu, ist die erste HU nach drei Jahren fällig.
  • Wohnmobile über 3,5 Tonnen: Große Wohnmobile müssen alle zwei Jahre zum TÜV. Nach sieben Jahren ist die Hauptuntersuchung jedes Jahr Pflicht.

Kontrolle der Gasanlage

<p>Wohnwagen Gasanlage für 2 Gasflaschen</p>

Wohnwagen Gasanlage für 2 Gasflaschen

Wenn du in deinem Wohnmobil oder Caravan mit Gas heizt und kochst, muss die Gasanlage alle zwei Jahre im Rahmen der Gasprüfung G607 auf ihre Sicherheit kontrolliert werden. Die Prüfung kann von TÜV, DEKRA oder anderen vom Staat autorisierten Instanzen durchgeführt werden. Wohnmobil-Fachbetriebe oder -Werkstätten können die Gasprüfung meist auch erledigen. Diese Prüfung ist keine lästige Pflicht, sondern enorm wichtig für deine Sicherheit!


in Nicht-EU-Ländern Zollbestimmungen beachten

Dank des Schengen-Abkommens kennen wir in der EU keine Zölle mehr. So lange du deinen Camper oder Wohnwagen nicht gewerblich nutzt, fallen deshalb beim Aufenthalt innerhalb der EU keine Zölle an. Reist du in Länder außerhalb der EU musst du die jeweiligen Regelungen beachten. Meist sind sechs Monate zollfreier Aufenthalt erlaubt. In Norwegen sind es sogar zwölf Monate. 


Zulässige Höchstgeschwindigkeit beachten

Wenn du mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil reist, musst du es auf Autobahn und Landstraße etwas gemächlicher angehen lassen als mit dem PKW. Denn für Caravan und Camper gelten Geschwindigkeitsbeschränkungen, die du unbedingt einhalten solltest. Bei Nichtbeachtung riskierst du sonst Bußgelder und verringerst deine Verkehrssicherheit.
 

  • Wohnmobile bis 3,5 Tonnen: hier gelten die gleichen Geschwindigkeitsvorschriften wie für PKW.
  • Wohnmobile zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen: Mit diesen Reisemobilen darfst du auf der Autobahn und auf Kraftfahrstraßen maximal 100 km/h schnell fahren.
  • Wohnmobile über 7,5 Tonnen: Mit diesen Fahrzeugen darfst du maximal 60 km/h auf der Landstraße und maximal 80 km/h auf der Autobahn fahren.
  • Caravan: Mit Wohnwagen oder Zeltanhänger darfst du höchstens 80 km/h schnell fahren, es sei denn, dein Anhänger erfüllt die Anforderungen der 9. Ausnahmeverordnung der StVO. dann darfst du nur auf der Autobahn auch mit 100 km/h unterwegs sein.


Damit du mit deinem Gespann 100 km/h fahren darfst, musst du folgende Vorgaben einhalten:
Das maximal zulässige Gesamtgewicht deines Zugfahrzeugs darf 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Außerdem muss dein Zugfahrzeug über ABS verfügen. Der Campinganhänger muss mit Reifen ausgestattet sein, die maximal sechs Jahre alt und bis 120 km/h (Geschwindigkeitsindex L) zugelassen sind. Letztlich muss der Wohnwagen mit einer Stabilisierungseinrichtung oder das Zugfahrzeug mit einem Anhänger-ESP ausgestattet sein. 

Die Angaben zur Maximalgeschwindigkeit gelten für Deutschland. Bitte informiere dich vor Reiseantritt immer noch einmal über die jeweils geltenden Verkehrsbestimmungen. 

Wichtig ist außerdem, dass die zulässige Gesamtmasse des Anhängers die vorgegebenen Grenzwerte nicht überschreitet. Die zulässige Gesamtmasse ergibt sich aus dem Leergewicht des Zugfahrzeugs, multipliziert mit dem Faktor x. Dieser Faktor hängt von der technischen Ausstattung des Wohnanhängers ab.
 

Wohnwagen ohne hydraulische StoßdämpferWohnwagen mit hydraulischen StoßdämpfernWohnwagen mit hydraulischen Stoßdämpfern, Anhängerkupplung mit Stabilisierungseinrichtung oder fahrdynamischem Stabilitätssystem, oder Zugfahrzeug hat fahrdynamisches Stabilitätssystem für Anhänger (muss in der Zulassungsbescheinigung stehen)
Faktor (x) = 0,3Faktor (x) = 0,8 Faktor (x) = 1,0


Ein Beispiel: Ist dein Wohnwagen mit hydraulischen Stoßdämpfern ausgestattet, verfügt aber über keine weiteren Sicherungssysteme, darf sein zulässiges Gesamtgewicht das 0,8-fache vom Leergewicht deines Zugfahrzeugs betragen.

Wiegt dein PKW 1.800 Kilogramm, darf der Caravan maximal 1.440 Kilogramm inklusive Zuladung wiegen. 

Um dir eine 100-km/h-Plakette für deinen Wohnwagen zu holen, kannst du dein Gespann bei einer TÜV-Station begutachten lassen.


Sicherheitsvorschriften beim Ziehen von Wohnwagen

Wenn du mit einem Wohnwagen unterwegs bist, gibt es verschiedene Vorschriften, welche die Straßenverkehrsordnung vorgibt. Hierzu zählen:
 

  • Dein Zugfahrzeug muss über zwei Außenspiegel verfügen, mit welchen du die Kanten am Heck des Caravans sehen kannst.
  • In deinem Wohnwagen darf sich während der Fahrt niemand aufhalten.
  • Bei einem einachsigen Wohnwagen oder einem Zweiachser mit weniger als einem Meter Achsenabstand bist du verpflichtet, zwei Unterlegkeile dabei zu haben. Voraussetzung ist, dass das zulässige Gesamtgewicht des Caravans mehr als 750 Kilogramm beträgt.
  • Dein PKW muss für das Gesamtgewicht des Wohnwagens geeignet sein. Wie schwer dein Wohnwagen sein darf, damit du ihn noch ziehen darfst, steht im Fahrzeugschein. 
     

Parken oder campen?

Parken darfst du mit deinem Wohnmobil grundsätzlich überall dort, wo es nicht explizit verboten ist. Ist dein Reisemobil schwerer als 2,8 Tonnen, darf es allerdings nicht mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig geparkt werden.

Mit einem Wohnwagen sieht es anders aus. Ist er vom Zugfahrzeug abgekoppelt, darf er maximal zwei Wochen auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt werden. Ansonsten gilt das als „Wildcampen“ und es kann ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro fällig werden. Bleibt der Wohnanhänger allerdings am Zugfahrzeug angekoppelt, gilt die gleiche Regel wie für Wohnmobile.

Willst du mit dem Wohnmobil auf einem öffentlichen Parkplatz nicht nur parken, sondern auch übernachten, benötigst du dafür eine Sondergenehmigung. 

Eine Ausnahme: Wenn du übernachten musst, um deine Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen, weil du z.B. zu müde zum Fahren bist und eher eine Gefährdung für andere wärst, darfst du für eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz im Wohnmobil oder angekoppelten Wohnwagen schlafen.


Achtung Spezialfall:
Zweitwohnungssteuer auch für Dauercamper

Es gibt noch eine wichtige Regelung, die du beim Dauercampen beachten solltest. Als Dauercamper gilt es, wenn du dein mobiles Zuhause drei Monate und länger nicht bewegst und an einem Platz bleibst. In diesem Fall kann die Kommune, in welcher du vorübergehend lebst, Zweitwohnsitzsteuer erheben.


Sitzplätze im Wohnmobil

Sitzbank mit Gurte
Sitzbank mit Gurte

Nicht alles was wie ein Sitzplatz aussieht ist auch einer. Achte darauf Personen nur auf zugelassenen Sitzplätzen mitzunehmen. 

In der StVO § 21 Personenbeförderung heißt es: 
In Kraftfahrzeugen dürfen nicht mehr Personen befördert werden, als mit Sicherheitsgurten ausgerüstete Sitzplätze vorhanden sind.

Bei vielen neueren Wohnmobilen sind meist Fahrer- und Beifahrersitze und die Sitzbank in Fahrtrichtung der Dinette mit Gurten ausgestattet. Wie im Auto brauchen Kinder unter 12 Jahren und unter 1,50 m Körpergröße eine geeignete Sitzerhöhung oder Rückhalteeinrichtung.
Falls Du Sitzplätze nachrüsten möchtest, kann Dir vielleicht ein Gurtbock helfen. Mit einem Gurtbock kannst Du relativ einfach aus deiner Sitzbank zwei zur Personenbeförderung geeignete Sitzplätze machen. 

Tipp:  Frage vor Umbaumaßnahmen, die massiv die Personen-Sicherheit betreffen, am besten kurz bei deinem TÜV nach und lasse Dir ein Okay geben.


Regeln sind wichtig für die Sicherheit und ein reibungsloses Miteinander

Auch wenn die Regeln und Gesetze für Wohnwagen und Wohnmobile auf den ersten Blick ganz schön umfassend sein mögen: Sie sind wichtig, damit du und alle anderen sicher auf den Straßen unterwegs sind.