Windfeste Vorzelte

Ganzjahresvorzelte, wie das Berger Fehmarn III, sind stabil gebaut. Somit stehen sie auch in windigen Regionen fest.
Ganzjahresvorzelte, wie das Berger Fehmarn III, sind stabil gebaut. Somit stehen sie auch in windigen Regionen fest. © Fritz Berger

Geht es um die Stabilität bei Wind und Wetter, zeigen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Vorzeltarten. Besonders standfest sind Wintervorzelte. Aufgrund ihrer kleinen Fläche, bieten Wintervorzelte dem Wind nur wenig Angriffsfläche.

Ebenfalls gut geeignet in windigen Regionen sind Ganzjahresvorzelte. Sie sind aus strapazierfähigerem Material gefertigt als die leichten Sommervorzelte.

Grundsätzlich sollte ein windstabiles Vorzelt nicht tiefer als 2,5 Meter sein. Bei größeren Vorzelten bieten die Seitenwände dem Wind zu viel Angriffsfläche.

Sturmfest bedeutet nicht, dass das Vorzelt jedem Orkan Stand hält. Besonders schwere Stürme mit Geschwindigkeiten über 100 km/h können selbst einen Wohnwagen umkippen lassen, das Vorzelt steht unter solch extremen Bedingungen auch nicht mehr. Aber keine Sorge: auf dem Campingplatz steht der Wohnwagen in der Regel windgeschützt zwischen anderen Caravans, Mobilheimen und Sanitäranlagen. Sturmschäden beim Camping sind die Ausnahme.


Richtig abspannen

Das dickste Gestänge nutzt nichts, wenn das Vorzelt nicht richtig abgespannt ist. Achte beim Aufbau darauf, dass alle Leinen ordentlich gestrafft sind. Auch, wenn das Vorzelt bereits mit einem Teil der Abspannleinen stabil zu stehen scheint. Beginne mit den hinteren Abspannpunkten und fixiere anschließend die beiden Abspannleinen an den vorderen Ecken des Vorzeltes. Erst, wenn die Eckpunkte abgespannt sind, befestigst du die restlichen Abspannleinen. Sieh dir während des Abspannens auch das Dach des Vorzeltes an.

Achte darauf, dass die Zeltplane auch auf dem Dach straff gespannt ist. Ansonsten können sich bei Regen Wassersäcke bilden. Optional kannst du dein Berger-Vorzelt um eine Dachauflagestange erweitern. Diese abgewinkelte Zusatzstange sorgt dafür, dass das Dach im optimalen Winkel gespannt ist und Regenwasser ungehindert ablaufen kann.

Tipp: Starker Wind bringt häufig auch Regen mit sich. Richte das Vorzelt so aus, dass das Dach straff gespannt ist. So vermeidest du Wassersäcke.


Vorzelt mit Sturmband fixieren

Ein Sturmband, auch „Tie Down“ genannt, ist ein breiter und flacher Gurt. Hochwertige Sturmbänder bestehen aus witterungsbeständigem Kunststoffgewebe. Ein Sturmband hat eine feste Arretierung, die sich nicht von alleine lösen lässt. Dadurch ist das Sturmband wesentlich belastbarer als eine herkömmliche Abspannleine. Zur Befestigung eines Sturmbandes am Vorzelt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Das Sturmband wird über das Zeltdach gelegt und rechts und links vom Vorzelt mit Heringen im Boden fixiert. In diesem Fall solltest du einen Scheuerschutz zwischen Sturmband und Zelthaut legen. Ansonsten kann das Außenmaterial durch die entstehende Reibung beschädigt werden.
  2. Befinden sich an den Seiten des Vorzeltes Kunststoffschnallen, kannst du je ein Sturmband rechts und links einklicken.

Bei vielen Sturmbändern befindet sich zwischen Gurt und Hering eine Stahlfeder. Die Feder entlastet den Gurt bei Sturmböen.

Das Sturmsicherungspaket von Brand beeinhaltet eine Stahl-Spiralfeder. Diese gleicht durch Windböen hervorgerufene Reiß- und Zugkräfte aus.
Das Sturmsicherungspaket von Brand beeinhaltet eine Stahl-Spiralfeder. Diese gleicht durch Windböen hervorgerufene Reiß- und Zugkräfte aus. © Hersteller
Der Sicherheitsgurt Berger Plus dient als zusätzliche Abspannmöglichkeit für alle CampiStar und DWT Zelte mit werkseitig angebrachten Schnallen.
Der Sicherheitsgurt Berger Plus dient als zusätzliche Abspannmöglichkeit für alle CampiStar und DWT Zelte mit werkseitig angebrachten Schnallen. © Fritz Berger

Wichtig: das Sturmband sollte nur locker gespannt sein. Wirkt es dauerhaft Druck auf das Vorzelt aus, kann dieses Schaden nehmen.


Robustes Basisgerüst und Zusatzgestänge

Die Stabilität des Gestänges hängt nicht nur vom Material, sondern ebenso vom Durchmesser der Stangen ab. Umso größer der Durchmesser, desto stabiler ist das Gestänge. Campst du in windigen Regionen, sollte der Durchmesser des Gestänges idealerweise 32 Millimeter betragen.

Zusätzliche Stabilität bieten Sturmstangen beziehungsweise Orkanstützen. Sie ergänzen das Basisgerüst des Vorzeltes.

Bei einigen Vorzelten kannst du Gestänge und Zelthaut separat kaufen. Beispielsweise beim Ganzjahresvorzelt Berger Fehmarn IV. Bei der Bestellung hast du die Wahl zwischen unterschiedlichen Umlaufmaßen, passend für deinen Caravan. Unabhängig von der Zelthaut kannst du das Basisgerüst mit 28 oder 32 Millimetern Durchmesser und wahlweise aus Aluminium oder Stahl bestellen.


Vorzelt-Gestänge richtig spannen

Damit das Gestänge möglichst stabil steht, dürfen die einzelnen Elemente nicht zu locker sitzen. Mit der Hand wäre ein enormer Kraftaufwand nötig, um die benötigte Spannung zu erzeugen. Darum gibt es so genannte Gestängespanner, die das Spannen des Vorzelt-Gestänges erleichtern.

Im Video: So funktioniert der Gestängespanner Isabella Hercules Triple


Die richtigen Heringe fürs Vorzelt

Hering in Grasboden
Hering in Grasboden © Annibell82 – stock.adobe.com.

Für unterschiedliche Böden gibt es verschiedene Heringsarten. Dünne runde Heringe lassen sich in steinige Böden leichter einschlagen, während flache und schmale Heringe in sandigem Untergrund besseren Halt finden.

Damit dein Vorzelt ordentlich im Boden verankert ist, solltest du den passenden Hering auswählen.

Eine ausführliche Heringskunde findest du in diesem Beitrag.


Fazit: Die Mühe nicht scheuen

Wind und Wetter können einem Vorzelt nichts anhaben - wenn es ausreichend abgesichert ist. Sauberes Abspannen und der Einbau von Zusatzstangen lohnt sich. Denn ein Vorzelt ist kein günstiges Campingzubehör. Geht es aufgrund fehlender Abspannleinen, Orkanstütze oder falscher Heringe kaputt, übernimmt den Schaden auch keine Versicherung.