Kaffee im Campingurlaub

Echte Barista wissen: entscheidend für die Zubereitung des perfekten Espresso ist der Druck. Der darf nämlich keines Falls zu niedrig ausfallen. Mit 9 bis 12 Bar pressen professionelle Siebträgermaschinen das heiße Wasser gleichmäßig durch das Kaffeepulver. So werden die köstlichen Inhaltsstoffe optimal aus den gemahlenen Bohnen extrahiert.

Für den Campingurlaub eignet sich eine so massive und schwere Kaffeemaschine natürlich nicht. Für die Auswahl eines Camping-Kaffeebereiters sind praktische Kriterien wie Transportmaß und Energieverbrauch – eventuell sogar der Betrieb ohne Strom – wichtiger.

Für die Zubereitung von frischem Kaffee im Campingurlaub haben sich verschiedene Techniken beziehungsweise Methoden etabliert, die ich dir nachfolgend im Detail vorstelle.


Kaffeemaschine

In größeren Wohnmobilen findet sich problemlos ein Platz für eine Kaffeemaschine.
In größeren Wohnmobilen findet sich problemlos ein Platz für eine Kaffeemaschine. © Fritz Berger

Im Campingurlaub kannst du eine haushaltsübliche Kaffeemaschine benutzen. Vorausgesetzt, du hast Anschluss an den Landstrom oder es befindet sich ein ausreichend leistungsstarker Wechselrichter im Bordnetz.

Vollautomaten mit integriertem Mahlwerk eignen sich für den mobilen Einsatz weniger, da sie verhältnismäßig viel Strom benötigen und das Bordnetz bzw. die häufig recht schwache Absicherung auf dem Campingplatz überfordern können.

Besonders beliebt unter Campern sind Kapselmaschinen. Denn diese sind kompakter und leichter als Vollautomaten. Dennoch eignet sich eine Kaffeemaschine grundsätzlich vor allem für größere Wohnmobile und Wohnwagen.

In Sachen Stromverbrauch eignen sich Filter- und Kapsel-Maschinen gut für Camper. Eine herkömmliche Filtermaschine leistet rund 1.000 Watt, die Kapselmaschine Nespresso Pixie kommt auf 1.200 Watt. Viele Vollautomaten dagegen erfordern 1.500 Watt und mehr – für den Betrieb muss das Stromnetz daher mit mindestens 7 Ampere abgesichert sein. Auch Padmaschinen (z.B. für das Senseo-System) kommen häufig auf hohe 1.450 Watt Leistung.

Mit folgender Formel kannst du die Stromstärke ausgehend von der Wattleistung berechnen: Leistung (Watt) / Spannung (Volt) = Stromstärke (Ampere)

Kaffeemaschinen gibt es auch für den Betrieb mit 12 Volt Batteriestrom. Diese Geräte werden oft auch Auto- oder Reise-Kaffeemaschinen genannt. Ihr Stromverbrauch ist gering, jedoch fällt auch die Leistung dieser Kaffeebereiter niedrig aus. Die Folge: Aufheizvorgang und Zubereitung dauern sehr lange. Daher eignen sich 12-Volt-Kaffeemaschinen nicht für das Aufbrühen mehrerer Tassen Kaffee.

Vor- und Nachteile einer Kaffeemaschine

Kaffeegenuss wie zuhause

hoher Strombedarf

hoher Strombedarf


Handfilter

Traditionell und genussvoll: per Hand aufgebrühter Filterkaffee.
Traditionell und genussvoll: per Hand aufgebrühter Filterkaffee. © Tyler Nix / unsplash.com

Die Zubereitung mit dem Handfilter erinnert ein bisschen an Omas Zeiten. Aber bekanntlich wissen Omas ja, was gut ist. Die Handfilter-Methode basiert auf dem Prinzip der Schwerkraft. Der zu Pulver gemahlene Kaffee kommt in den Filter, anschließend übergießt du ihn mit heißem Wasser. Je nach gewünschter Stärke kannst du mit etwa 30 Gramm Pulver auf 500 Milliliter Wasser rechnen. Das Wasser sollte nicht mehr kochen, da der Kaffee ansonsten bitter schmecken kann.

Erhitzen kannst du das Kaffeewasser in einem Wasserkessel oder Topf auf dem Gasherd. Somit ist die Zubereitung mit dem Handfilter vollkommen stromlos. Spielt Stromsparen keine Rolle, lässt sich das Wasser auch mit einem Tauchsieder oder einem Wasserkocher aufkochen.

Vor- und Nachteile der Handfilter-Methode

Kompakt und geringes Gewicht

Zubereitung ohne Strom

Aufkochen und Filtern erfordert zwei Arbeitsgänge


Espressokanne/Perkolator

Die Espressokanne ist für zahlreiche Herdarten und Campingkocher geeignet.
Die Espressokanne ist für zahlreiche Herdarten und Campingkocher geeignet. © Kevin Schmid / unsplash.com

Die Espresso- oder auch Mokakanne ist ein italienischer Klassiker unter den Kaffeebereitern. Aber Vorsicht: sein Name ist irreführend, denn richtigen Espresso erzeugt die Edelstahlkanne mit ihren 2,5 Bar nicht. Dazu wäre ein Brühdruck von mindestens 9 Bar nötig. Dieser Umstand ändert aber nichts am köstlichen Geschmack des Kaffees. Manchmal werden diese Kaffeebereiter auch Perkolatoren genannt.

Der untere Teil der Mokakanne dient als Wasserbehälter, darüber befindet sich ein trichterförmiges Sieb, das bis zum Rand mit Kaffeepulver gefüllt wird. Verwenden lässt sich die Espressokanne auf einer Gasflamme sowie auf einem Cerankochfeld. Es gibt sogar spezielle Ausführungen für Induktionskochplatten.

Tipp: Kocht das Wasser in der Mokakanne zu schnell, schmeckt der Kaffee bitter. Erhitze die Kanne daher nie auf höchster Flamme.

So funktioniert die Kaffeezubereitung in der Espressokanne: Während des Aufkochens verdampft das Wasser im unteren Teil der Kanne. Durch den dabei entstehenden Überdruck strömt das Wasser durch den Trichter (und das Kaffeepulver) nach oben. Der fertige Kaffee sammelt sich im oberen Teil der Kanne oder fließt über ein Röhrchen direkt in die Tasse.

Vor- und Nachteile einer Espressokanne

Wasser erhitzen und aufbrühen in einem Arbeitsgang

Für verschiedene Herdarten geeignet

Portionsgrößen richten sich oft nach kleinen Tassen


French Press

Die Stempelkanne wurde 1850 in Frankreich erfunden.
Die Stempelkanne wurde 1850 in Frankreich erfunden. © Rachel Brenner / unsplash.com

Das Prinzip der French Press ist schnell geklärt: der Kaffeebereiter besteht aus einer Glaskanne mit Deckel. Im Inneren befindet sich ein beweglicher Stempel. Für die Zubereitung wird heißes Wasser und Kaffeepulver (etwa 30 Gramm auf 500 Milliliter Wasser) in die Kanne gegeben und die Mischung umgerührt. Den Deckel mit nach oben gezogenem Stempel aufsetzen und etwa vier Minuten lang warten. Anschließend noch einmal umrühren und den Stempel langsam nach unten drücken, damit das Pulver vom Wasser getrennt wird.

Bei der Auswahl des Kaffeepulvers solltest du auf einen groben Mahlgrad achten. Zu fein gemahlenes Pulver lässt sich durch den Stempel nicht abscheiden. Vereinzelte Pulverreste im fertigen Kaffee lassen sich bei der French-Press-Methode nie vollständig vermeiden. Daher hat diese Zubereitungsart nicht nur Befürworter.

Vor- und Nachteile der French Press:

Zubereitung ohne Strom

Kompakt und leicht

Glaskanne empfindlich bei Stößen

Pulverreste im Kaffee möglich


Aeropress

Kräftig drücken und frischer Kaffee fließt aus der Aeropress direkt in die Tasse.
Kräftig drücken und frischer Kaffee fließt aus der Aeropress direkt in die Tasse. © sonyachny / stock.adobe.com

Bei der Aeropress handelt es sich um eine kompakte manuelle Kaffeemaschine. Hauptbestandteil der Aeropress ist ein Brühzylinder mit Kolben. Ähnlich wie bei der French Press wird der Zylinder mit heißem Wasser und Pulver befüllt. Nach 30 bis 60 Sekunden kann der Stempel nach unten gedrückt werden. Dabei fließt der Kaffee direkt in die Tasse, während ein feiner Papierfilter das Pulver zurückhält. Nach der Zubereitung lässt sich das Pulver mitsamt dem Papierfilter in eine Biotonne entleeren.

Vor- und Nachteile der Aeropress:

Leicht und kompakt

Zubereitung geht einfach und schnell

Pro Tasse ist ein neuer Papierfilter notwendig


Fazit: viele Wege führen zum Kaffeegenuss

Die einzig wahre Zubereitungsmethode gibt es beim Kaffee nicht. Jede Zubereitungsart bringt ihre individuellen Vor- und Nachteile mit sich. Da kommt es im Campingurlaub auf die jeweiligen Gegebenheiten und Möglichkeiten an. Das wichtigste Kriterium: der Kaffee muss natürlich schmecken.

Ich selbst verwende im Campingurlaub mit Wohnmobil eine Filtermaschine. Zusätzlich habe ich immer einen Handfilter dabei, falls es auf einem Stellplatz einmal keinen Anschluss an den Landstrom gibt. Beim Zelten bevorzuge ich die kompakte Aeropress und erhitze das Kaffeewasser in einem kleinen Topf auf dem Gaskocher. 

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