Überblick

Der Gesetzgeber hat eine Definition von E-Scootern geschaffen. Ein „E-Scooter ist ein Tretroller mit Elektroantrieb. Er hat eine Lenk- oder Haltestange, fährt zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde und ist höchstens 70 Zentimeter breit, 140 Zentimeter hoch und 200 Zentimeter lang. Sein Maximalgewicht ohne Fahrer beträgt 55 Kilogramm.“ Die gängigsten E-Scooter wiegen zwischen 10 und 25 Kilogramm.

Um verkehrstauglich zu sein, benötigt ein E-Scooter außerdem ähnlich einem Fahrrad zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, eine Klingel oder Hupe, eine Beleuchtung vorne und hinten sowie seitliche Reflektoren.


Vorschriften

Mal wirst du als Fahrer eines E-Scooters wie ein Fahrradfahrer behandelt, mal wie ein Autofahrer. Damit du den Überblick behältst, findest du hier einige Vorschriften, die du in Deutschland beachten musst:

Führerschein
Für das Fahren eines E-Scooters brauchst du keinen Führerschein.

Sicherheit
Jeder in Deutschland betriebene E-Scooter muss die CE-Kennzeichnung tragen.

Helm
Es gibt keine gesetzlich geregelte Helmpflicht. Du solltest einen E-Scooter trotzdem nur mit Fahrradhelm benutzen.

Handy
Das Bedienen des Handys ist generell untersagt. Telefonieren darfst du auf deinem E-Scooter nur mit Freisprecheinrichtung.

Hinweis-Schild E-Scooter erlaubt
Hinweis-Schild E-Scooter erlaubt © Bundesanstalt für Straßenwesen

Fahrbahn
E-Scooter sind auf Radwegen, Radstraßen und auf Radstreifen erlaubt. Nur, wenn es keinen Radweg gibt, darfst du auf der Straße fahren. Auf dem Gehweg und in der Fußgängerzone sind E-Scooter verboten. Ausnahme: Eine Kennzeichnung mit dem Schild "E-Scooter erlaubt".

Alkohol
Generell hat Alkohol im Straßenverkehr natürlich nichts zu suchen. Der Gesetzgeber hat bei der Benutzung von E-Scootern die gleichen Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer festgesetzt. Für Fahrer, die sich noch in der Probezeit befinden oder jünger als 21 Jahre sind, gelten 0,0 Promille.

Parken
Für E-Scooter gelten dieselben Parkvorschriften wie für Fahrräder. Parken auf Gehwegen ist generell erlaubt, solange du dadurch keine Verkehrsteilnehmer behinderst oder Wege versperrst.

Geschwindigkeit
E-Scooter dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Generell darfst du andere Verkehrsteilnehmer, auch Fahrräder und besonders Fußgänger nicht behindern.

Blinken
Nicht alle E-Scooter haben einen Blinker. Möchtest du abbiegen, musst du dies deshalb durch ein klares Handzeichen ankündigen - wie beim Fahrradfahren.

E-Scooter im Zug
E-Scooter im Zug © POL-Planet GmbH & Co. KG

Mitnahme
In Zügen der Deutschen Bahn darfst du deinen zusammengeklappten E-Scooter als Handgepäck kostenlos mitnehmen. Im nicht-zusammengeklappten Zustand musst du dafür ein Fahrradticket ziehen. Im öffentlichen Nahverkehr entschiedet jeder Verbund selbst über die Regelung zur Mitnahme von E-Scootern.

Fahrer
Es darf nur eine Person auf einmal auf dem E-Scooter fahren.

Mindestalter
Der Fahrer muss mindestens 14 Jahre alt sein. Es gibt spezielle E-Scooter für Kinder, die maximal 6 km/h fahren.

Hinweis: In den Niederlanden sind E-Scooter verboten.


Straßenzulassung

Die Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge, kurz eKFV, regelt die Benutzung von Elektroscootern und besagt, dass diese seit dem 15. Juni 2019 am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Dafür brauchen sie eine Straßenzulassung. Diese ist an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen
  • eine Klingel oder Hupe
  • eine Beleuchtung vorne und hinten
  • seitliche Reflektoren
Auf dem E-Scooter können auch Lasten transportiert werden, die ins zGG miteingerechnet werden müssen.
Auf dem E-Scooter können auch Lasten transportiert werden, die ins zGG miteingerechnet werden müssen. © moovi

Wichtig ist außerdem, das zulässige Gesamtgewicht des E-Scooters einzuhalten. Eine Person, die mehr als 85 Kilogramm wiegt, hat dann bei einigen Rollern bereits Fahrverbot. Denn gerade die billigeren Roller haben ein zulässiges Gesamtgewicht von rund 100 Kilogramm. Trägt der Fahrer dann noch einen Rucksack oder nimmt eine Tasche mit, wird es noch enger.

Es gibt viele E-Scooter ohne Straßenzulassung. Diese darfst du nur auf Privatgelände fahren. Möchtest du deinen E-Scooter auch auf der Straße fahren, solltest du gleich einen Tretroller mit Straßenzulassung kaufen. Es ist so gut wie unmöglich, den Roller umzurüsten, um nachträglich eine Straßenzulassung zu erhalten.


Versicherung

Ein E-Scooter unterscheidet sich in vielen Dinge vom Fahrrad. Das betrifft auch die Versicherung .

Fährt dein E-Scooter bauartbedingt schneller als 6km/h, musst du ihn haftpflichtversichern. Für ein Jahr kostet das etwas weniger als 20 Euro. Du kannst auch für knapp 35 Euro pro Jahr eine Teil-Kaskoversicherung abschließen. Die Preise sind bei allen Versicherern vergleichbar. Das Versicherungskennzeichen wird hinten auf den E-Scooter geklebt.

Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden gegenüber Dritten auf. Durch Abschluss einer Kaskoversicherung bist du beispielsweise auch gegen Brand, Diebstahl oder Überschwemmung abgesichert. Zurzeit bieten deutsche Versicherer für E-Scooter keine Vollkaskoversicherung an.

Die Farbe des Versicherungskennzeichnen ändert sich jedes Jahr.
Die Farbe des Versicherungskennzeichnen ändert sich jedes Jahr. © moovi

Das Verkehrsjahr der Versicherung beginnt mit der Mopedsaison am 1. März und endet im Februar des Folgejahres. Die Farbe des Versicherungskennzeichens ändert sich jedes Jahr.
E-Scooter müssen also nicht zugelassen werden. Zudem fällt keine Kfz-Steuer an.


Mobil im Campingurlaub

Aufgrund ihrer Größe und Faltbarkeit sind E-Scooter für Campingurlauber interessant. Vor allem, wenn du einen naturnahen Urlaub genießen willst, kannst du das mit einem Elektroroller umweltschonend machen. Keine Luftverschmutzung durch Abgase, keine Ruhestörung in der Mittagspause: E-Scooter fahren emissionslos und leise über den Platz.

Dank Haltevorrichtungen kannst du auch Einkaufskörbe oder die Campingtoilette transportieren.
Dank Haltevorrichtungen kannst du auch Einkaufskörbe oder die Campingtoilette transportieren. © moovi

Ein Campingplatz ist Privatgelände, auf dem du also theoretisch auch E-Scooter ohne Straßenzulassung fahren darfst. 

Aber auf vielen Plätzen in Deutschland gilt die Straßenverkehrsordnung, die besagt, dass dein E-Scooter eine Straßenzulassung benötigt.

Mit Elektroscootern lassen sich kurze Wege auf dem Campingplatz einfach zurücklegen. Manche E-Scooter haben auch Haltevorrichtungen. Dort kannst du Einkaufskörbe oder die Campingtoilette befestigen.

Ein E-Scooter ist optimal für deinen nächsten Campingurlaub, wenn

  • du nicht gerne Fahrrad fährst.
  • du keinen Platz hast, um Fahrräder zu transportieren.
  • das zGG deines Wohnmobils oder Wohnwagens keine Zuladung mit schweren E-Bikes zulässt.

Kaufentscheidung

Möchtest du deinen neuen E-Scooter mit in den Camping-Urlaub nehmen, solltest du auf einige Punkte besonders achten.
Der Testbericht des ADAC kann hilfreich sein.

Akku & Reichweite

Große Akkus bringen Reichweite, sind aber auch schwer. Möchtest du deinen Scooter nur für kurze Strecken nutzen, beispielsweise zum Brötchenholen oder, um das Sanitärgebäude aufzusuchen, reicht ein kleiner Akku aus. Die kleinsten Akkus wiegen knapp über 1 Kilogramm (wie der EM2GO FW106ST), schaffen Reichweiten von knapp 15 Kilometern und sind in maximal drei Stunden wieder aufgeladen.
Möchtest du deinen E-Scooter für Tagesausflüge nutzen, ist ein großer Akku empfehlenswert. Diese wiegen ab 3 Kilogramm (wie der Bosch PowerTube 625). Die Hersteller großer Akkus versprechen Reichweiten von bis zu 65 Kilometern mit einem Akku. Nach maximal vier Stunden soll der Akku wieder vollaufgeladen sein.
Allerdings haben meine Recherchen ergeben, dass die Herstellerangaben selten mit den real erreichbaren Werten übereinstimmen – was auch der ADAC-Test bestätigte. Die Reichweite ist immer von dem Gewicht des Fahrers, der Fahrweise, der Beschleunigung und des Untergrundes abhängig.

Gemessene Reichweite / Reichweite Angabe der Hersteller
Gemessene Reichweite / Reichweite Angabe der Hersteller © ADAC e.v.

Dank eines passenden Ladegerätes kann man den Akku an einer 230 Volt-Steckdosen laden. Manche Akkus lassen sich entnehmen und bequem zu Hause oder im Campingfahrzeug laden. Manche E-Scooter haben ein integriertes Ladesystem. So kann man den Roller direkt an die Steckdose stecken und laden.


Gewicht & Packmaß

So gut wie alle E-Scooter haben eine umklappbare Lenkstange, die man auch einschieben kann. Das ist unglaublich praktisch, um den Roller in der Heckgarage zu verstauen.

Geringes Packmaß zusammengeklappt 91,7 x 24 x 29 cm. Modell: SoFlow S02
Geringes Packmaß zusammengeklappt 91,7 x 24 x 29 cm. Modell: SoFlow S02 © SoFlow

Doch solltest du den Klappmechanismus genauestens unter die Lupe nehmen. Denn es kann sein, dass der Roller dadurch instabil wird, was zu einem unsicheren Fahrverhalten führt.
Ein E-Scooter wiegt je nach Akku und Ausstattung zwischen 10 und 25 Kilogramm. Also in etwa so viel wie ein normales Fahrrad. Dieses Gewicht musst du bei der Beladung deines Wohnmobils und Wohnwagens beachten.


Licht

 LED-Beleuchtung am Hinterreifen. Modell: SoFlow S01
LED-Beleuchtung am Hinterreifen. Modell: SoFlow S01 © SoFlow

Im besten Fall werden die Lichter über eine eigene Batterie betrieben, damit die Motorbatterie nicht belastet wird. Vergewissere dich, ob die Helligkeit, aber auch die Sichtbarkeit der eingebauten Lichter ausreichend ist.


Reifen

Bei der Beschaffenheit deiner Reifen kommt es vor allem darauf an, auf welchen Untergründen du unterwegs sein möchtest. 

Luftbereifung und Federung am Hinterrad. Modell: EM2GO FW106ST
Luftbereifung und Federung am Hinterrad. Modell: EM2GO FW106ST © EM2GO

Größere Luftreifen rollen auf schlecht ausgebauten Wegen besser und federn auch auf Schotterpisten gut ab, können aber leichter kaputtgehen. Kleinere Räder aus Vollgummi können weniger leicht beschädigt werden und reichen für asphaltierte Wege vollkommen aus. Die Stabilität während des Fahrens ist aber schlechter.


Fazit: Umweltfreundliches Verkehrsmittel

E-Scooter sind klein, praktisch und zusammenklappbar. Zudem sind sie emissionslos und damit auf lange Sicht ein zukunftsfähiges Verkehrsmittel. Damit du wirklich lange Freunde daran hast, solltest du auf qualitativ hochwertige und somit auch hochpreisige E-Scooter achten. Ein günstiger Preis geht oft zu Lasten der Sicherheit.
Mache eine ausgiebige Probefahrt, um zu erfahren, ob ein E-Scooter wirklich das Richtige für dich ist. Denn das Fahren im fließenden Verkehr erfordert einiges an Übung und Körperbeherrschung.

Diese Auflistung stellt nur den momentanen in Deutschland gültigen Rechtsstand dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Besonders, wenn du deinen E-Scooter im Ausland benutzen möchtest, ist es wichtig, die jeweiligen Vorschriften zu kennen.