1. Alles einpacken bis die Garage voll ist

Wer sich ein Reisegefährt mietet hat oftmals nicht viel Zeit für tagelanges beladen. Allerdings darf das nicht die Ausrede sein, um auf die Ladungssicherung zu verzichten. 
Zuviel Gewicht -> Überladung -> veränderte Fahrdynamik -> Gefährt wird zur Gefahr für Straßenverkehr -> hohe Bußgelder

Besser: 
• Checke das zulässige Gesamtgewicht
• Wiege alles was du einlädst
• Nimm nur das mit, was du wirklich brauchst
• Fahre vor der Abfahrt auf die Waage
• Schwere Ladung nach unten und in Achsennähe
• Leichtes Gepäck in die Stauklappen
• Sperriges Zubehör gehört in die Gepäckgarage des Reisemobils
• Alle Türen verschließen
• Keine Gegenstände auf den Ablagen liegen lassen, sondern alles sicher verstauen

Mehr Infos zum Richtigen Beladen von Reisemobilen findest du hier.
Und Tipps zur Ladungssicherung deines Caravans findes du hier.


2. Frischwassertank voll befüllen

Sicherlich brauchst du für die Fahrt den ein oder anderen Liter Wasser um auf Toilette zu gehen, einen Kaffee zu kochen oder dir die Hände zu waschen. Aber auf gar keinen Fall brauchst du den vollen Wassertank von 50 bis 100 Liter Flüssigkeit. 

Besser:
Eine kleine Menge Wasser im Tank ist völlig ausreichend. Denn auch hier gilt der vorherige Punkt. Achte auf das Gewicht! 


3. Wichtige Dinge vergessen

Du wärst nicht der erste Camper, der das Wichtigste aller Campingutensilien zu Hause vergessen hätte: Das Stromkabel.

Besser: 
Mache dir eine Checkliste mit allen Dingen, die du unbedingt beim Camping brauchst. Diese Liste unterscheidet sich etwas von deinen bisherigen Packlisten, weil du beim Camping an mehr denken musst. Gehe in Gedanken alle Abläufe durch, vom Ankommen, Ausrichten bis hin zum Vorzeltaufbau und Geschirrspülen. Platziere dein Gepäck logisch. Es macht keinen Sinn, die Stützenkurbel bei den Schwimmsachen zu platzieren. Alles sollte gut zu erreichen sein. 

Dinge, die oft vergessen werden:
• Stromkabel
• Kaffeemaschine
• Bettwäsche
• Kleingeld für die Waschmaschine und Duschen
• Reisedokumente 
• Spülschüssel für das Geschirr


4. Unvorbereitet losstarten

Wer glaubt, das Fahren eines Reisemobils gleiche einem großen Auto, der liegt falsch. Wer sich mit seinem Fahrzeug nicht vertraut macht, läuft Gefahr in schwierigen Verkehrssituationen nicht angemessen reagieren zu können und bringt sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Besser: 
• Nimm´dir Zeit und mache dich mit deinem Fahrzeug vertraut
• Checke alle Schalter und Hebel
• Übe das Fahren mit dem Reisegefährt. Fahrzeuge mit hohem Aufbau verhalten sich in Kurven und bei Wind anders als herkömmliche PKWs
• Übe auf großen Parkplätzen und breiten Straßen
• Auch das Anhägerfahren will erprobt sein
• Versuche dich an der Einparksituation, damit du am Stellplatz nicht kläglich versagst. 

Eine weitere Möglichkeit ist, ein Fahrsicherheitstraining für den Wohnwagen oder das Wohnmobil zu machen. Weitere Info´s dazu findest du hier.


5. Stressige Routenplanung

Beim Camping gilt ganz klar: Der Weg ist das Ziel.
Du hast alles wichtige für deine Reise dabei: Klo, Herd, Kühlschrank, Kleidung. Somit gibt es keinen Grund sich auf der Fahrt zu hetzen. Zu lange am Steuer zu sitzen, birgt nicht nur eine Gefahr sondern lässt den Urlaub gleich mal stressig starten.

Besser:
• Plane deine Fahrzeit und Route großzügig. 
• Rechne mit mehreren Pausen, denn du bist mit deinem Freizeitfahrzeug nicht so schnell, aufgrund des Tempolimits 
• Gerade bei weiten Entfernungen solltest du über mehrere Tage verreisen
• Lasse ein paar Lücken in der Routenplanung für spontane oder unvorhergesehene Stopps
• Mache dir Gedanken über Abläufe z.B. beim Ankommen. Der Aufbau und das Essen zubereiten kosten Zeit, die du nach einer langen Anfahrt noch berücksichtigen musst 


6. Während der Fahrt die Kinder im Wohnmobil zum Schlafen legen

Ein deutliches Nein, sagen wir zu diesem Punkt. Es ist höchst gefährlich, sich im Reisemobil, während der Fahrt nicht angeschnallt auf seinem Sitz zu befinden, sondern frei bewegend im Innenraum. Liegen dabei die Kinder noch spielend oder schlafend im Bett ist das verantwortungslos und für die Kleinen auch eine ziemliche Schaukelfahrt. Auch das Herumlaufen im Camper lenkt nicht nur den Fahrer ab, sondern der Bewegende hat keine Chance sich bei einem unvorhergesehenen Unfall abzusichern. 

Vielleicht resultiert dieses Verhalten auch aus dem vorherigen Punkt und dient als Rettungsanker einer zu langen Autofahrt, um die Kinder zu besänftigen.

Besser: 
• Lieber eine Pause mehr einlegen und dabei sicher unterwegs sein
• Eine weitere Übernachtung auf einem Stellplatz oder Campingplatz einplanen (Lieber nicht auf Autobahnraststätten übernachten!)
• Statt nachts zu fahren, besser früh morgens los starten 


7. Dem Navigationssystem zu viel Vertrauen schenken

Die elektronischen Richtungsansager sind hilfreich aber nicht allwissend. 
Gewöhnliche Geräte wissen nicht, dass du mit einem breiteren und höheren Fahrzeug unterwegs bist und darum enge, schmale Straßen gerne meiden möchtest. 

Besser: 
Gerade bei Ankunft solltest du den blauen Campingplatzschildern folgen und nicht immer dem Navigationssystem blind vertrauen. Diese suchen oft den kürzesten Weg und nicht den komfortabelsten für ein Reisegefährt. Hier macht es Sinn, die Anfahrt zum Campingplatz gut vorzubereiten, damit dich keine bösen Überraschungen erwarten. Auch ein Vorabcheck wie die Route verlaufen wird und welche möglichen „Hindernisse“ dich erwarten könnten: Enge Straßen, niedrige Unterführungen, Brücken oder Tunnel, ...

Möchtest du noch mehr Sicherheit in deiner Routenführung solltest du über ein Navigationsgerät speziell für Reisemobile oder große Fahrzeuge nachdenken. (LKW Navi)


8. Den besten Platz an der Sonne

Natürlich wollen wir im Urlaub die Sonne und Wärme genießen aber so manch einer vergisst dabei, dass der Wohnwagen und der Campervan anders gedämmt ist. Die Hitze von außen wird durch die dünnen Seitenwände länger im Inneren gespeichert und kann so die Nacht zu einem unfreiwilligen Saunabesuch machen. Außerdem solltest du niemals das Verdunkelungsrollo der Dachfenster, bei Hitzeeinstrahlung, komplett verschließen. Durch den enormen Hitzestau, zwischen Luke und Rollo, kann das Fenster springen. 

Besser:
• Suche dir einen Schattenplatz unter Bäumen
• Nutze Fensterabdeckungen und Markisen zur Sonnenstrahlabschirmung
• Lasse den Rolle einen Spalt weit geöffnet um die Fenster nicht zu beschädigen

Hier findest du weitere Infos zur Hitzereduzierung in deinem Camper.


9. Markise nicht absichern

So eine Markise am Wohnmobil dient als Schattenspender und nicht als Schutz bei Unwetter. Da die meisten Camper warme Gegenden am Meer bevorzugen, bleibt der Wind hier nicht aus. Windböen können die Markise beschädigen und zu einem mehr oder weniger großen Schaden an deinem Fahrzeug führen. 

Besser: 
• Fahre die Markise nachts lieber ein (Wenn du am Meer oder windigen Gegenden stehst)
• Sichere deine Markise gut mit Sturmbändern ab


10. Das Grauwasser und Klo nicht entleeren

Es ist für Neulinge sicher ungewohnt, die Toilettenkassette samt Inhalt über den ganzen Platz zu karren, aber, was sein muss, muss sein. Solltest du das Entleeren zu lange hinauszuzögern kann es nicht nur eklig werden, sondern die Fäkalien können auch in das Fahrzeuginnere laufen.

Besser:
Gerade vor der Abfahrt solltest du die Toilette und das Grauwasser immer entsorgen, damit während der Fahrt nichts herausschwappen kann. Kontrolliere die Füllstandsangaben von Toilette und Grauwasser regelmäßig und plane vorausschauen die Entleerungszeiten ein, damit du nicht nachts noch ungewollt zur Entsorgungsstation laufen musst.


11. Ungeziefer anlocken

Ein typischer Anfängerfehler ist das herumliegen lassen von Lebensmitteln. 
Ameisen, Wespen und Co. sind ständig auf der Suche nach was Leckerem und gerade auf Campingplätzen, wo sich alle draußen aufhalten, werden diese Tiere gerne angelockt. 

Besser:
• Müll nicht draußen liegen lassen, auch keine Dreckwäsche (z.B. Lätzchen mit Essensresten)
• Wenn der Müll draußen gelagert wird, dann nur in Behältern mit Deckel
• Den Müll regelmäßig zum Müllsammelplatz bringen
• Lebensmittel luftdicht draußen verstauen oder im Camper lagern
• Reißverschlüsse und Türen von Campingschränken, die Lebensmittel enthalten, schließen
• Regelmäßig die Stützen und Eingänge am Fahrzeug nach Ameisenkarawanen kontrollieren
• Vor der Weiterfahrt alle Möbel nach versteckten Tierchen absuchen, damit sich diese nicht im Fahrzeug verbreiten können


12. Überstürzt abreisen

Nicht allzu selten müssen wir uns beeilen, weil wir noch vor Schrankenschließung abreisen wollen. Gerade in solchen Hetzsituationen wird schnell mal was vergessen. Es ist sicher ärgerlich, wenn du nach der langen Autofahrt feststellst, dass dein Wohnwangen nun ein Cabriodach hat, weil dir während der Fahrt die Dachluke weggeflogen ist. 

Besser solltest du diese Punkte noch einmal prüfen:
• Starte den Abbau schon am Nachmittag vor dem Abreisetag, so hast du am Tag der Weiterfahrt noch genug Zeit alles zu kontrollieren
• Überprüfe ob auch wirklich alle Klappen und Türen verschlossen sind
• Hast du auch alle Fenster fest arretiert?
• Sind alle Anschlussdeckel und Versorgungsklappen außen am Fahrzeug zu?
• Ist die Rangierhilfe wieder eingefahren und hast du auch die Handbremse gelöst, bevor du in den PKW gestiegen bist?
• Sind auch die Stützen eingefahren und der Camper von den Keilen heruntergefahren?
• Sind alle Ablasshähne zugedreht, damit du das Grauwasser nicht noch dem nächsten Camper hinterlässt?
• Eine Checkliste mit den wichtigsten Ablaufpunkten helfen dir zu Anfang deiner Camperkarriere 
• Abschließend sollte der Gang, mit prüfendem Blick um das Fahrzeug, zur unerlässlichen Routine werden


Fazit

Mit dieser Liste kannst du die typischen Camper Fehlgriffe vermeiden und bist vielleicht ein kleines bisschen besser auf deinen nächsten Campingtrip vorbereitet.