Darum ist eine Reiseapotheke im Campingurlaub sinnvoll

Manchmal macht der Körper einfach schlapp. Und manchmal erwischt uns ausgerechnet im Campingurlaub eine Krankheit oder wir ziehen uns eine Verletzung zu. Die gute Nachricht: nicht jede Erkrankung ist zwingend mit einem Besuch beim Arzt verbunden. In vielen Fällen kannst du dir, zumindest vorübergehend, selbst helfen. Vorausgesetzt, du hast die nötigen Medikamente und Verbandsmaterialien im Gepäck. Eine gut sortierte Reiseapotheke kann für eine schnellere Genesung sorgen.

Für eine gut sortierte Reiseapotheke gibt es mehrere Argumente. In der Regel ist es bei einer Erkrankung wichtig, die Schmerzen und Symptome möglichst schnell in den Griff zu bekommen. Hast du die entsprechenden Medikamente im Gepäck, profitierst du von einem wertvollen Zeitvorteil. Andernfalls müsstest du dich am Urlaubsort erst nach der nächsten Apotheke erkundigen. Außerdem können Verständigungsprobleme auf Auslandsreisen die Suche nach dem richtigen Medikament erschweren.


Grundsätzliche Hinweis zum Umgang mit Medikamenten

  • Nimm nur Medikamente mit in den Urlaub, die du schon einmal ohne Komplikationen eingenommen hast. Unbekannte Präparate können unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.
  • Kontrolliere einmal jährlich, ob das Verfallsdatum aller Medikamente noch nicht erreicht ist. Wichtig: Sind Flüssigkeiten und Salben bereits geöffnet, kann ihre Wirkung bereits vor Ablauf des Datums beeinträchtigt sein.
  • Reist du in besonders warme Länder, musst du manche Medikamente im Kühlschrank aufbewahren. Genaue Hinweise dazu gibt dir der jeweilige Beipackzettel.

Die Grundausstattung für die Reiseapotheke

Die Reiseapotheke beinhaltet alle Utensilien, die für eine schnelle medizinische Versorgung notwendig sind.
Die Reiseapotheke beinhaltet alle Utensilien, die für eine schnelle medizinische Versorgung notwendig sind. © stevepb / pixabay.com

Reiseapotheken gibt es als fertige Sets zu kaufen. Je nach Umfang und Ausstattung bewegen sich die Preise zwischen 20 und 50 Euro. Meist sind alle Medikamente und Verbandsmaterialien in einer Tasche oder einem kleinen Koffer untergebracht. Du kannst dir eine Reiseapotheke aber auch selbst zusammenstellen. Die nachfolgend genannten Medikamente sollten dabei nicht fehlen.

  • Individuelle Medikamente: in diese Kategorie fallen alle Medikamente, die du regelmäßig nehmen musst. Zum Beispiel aufgrund einer chronischen Erkrankung. Insbesondere vor einer Auslandsreise solltest du den Bedarf genau kalkulieren. Denn bestimmte Medikamente lassen sich unterwegs nur schwer beschaffen.
  • Wunddesinfektion: ein Desinfektionsmittel bzw. Desinfektionsspray gehört zur Grundausstattung jeder Reiseapotheke. Das Wundspray verhindert ein Entzünden der offenen Wunde.
  • Schmerzmittel: Präparate wie Aspirin und Ibuprofen wirken gegen Schmerzen in verschiedenen Bereichen des Körpers. Erhältlich sind Schmerzmittel in verschiedenen Darreichungsformen. Tabletten nehmen relativ wenig Platz in der Reiseapotheke ein und sind daher besonders zu empfehlen.
  • Verbandmaterial: Wunden und andere offene Verletzungen müssen je nach Verletzungsgrad mit einem Pflaster, einer Wundkompresse oder Mullbinden versorgt werden. Zum Anlegen des Verbandmaterials sind außerdem Klebeband, Schere und darüber hinaus eventuell eine Splitterpinzette notwendig. All diese Utensilien finden sich in der Regel auch im Kfz-Verbandskasten.
  • Fieberthermometer: bei einigen Erkrankungen gibt die Körpertemperatur Aufschluss über die Ernsthaftigkeit des Krankheitsverlaufs. Ob du ein einfaches und günstigstes Fieberthermometer zur Rektalmessung verwendest oder ein hochpreisiges Gerät zur Temperaturermittlung an Stirn oder Ohr, bleibt dir überlassen. Wichtig ist, dass das Thermometer geeicht und für medizinische Anwendungen zugelassen ist.

Zusätzliche Medikamente für die Reiseapotheke

Folgende Medikamente können die Reiseapotheke aufwerten, müssen aber nicht zwingend vorhanden sein. Daher solltest du bei den hier genannten Medikamenten abwägen, ob du sie benötigen wirst. Leidest du beispielsweise häufig mal an Verstopfung, solltest sich ein entsprechendes Medikament in deiner Reiseapotheke befinden.

Zum erweiterten Sortiment der Reiseapotheke zählen Medikamente gegen …

  • … Übelkeit
  • … Durchfall
  • … Verstopfung
  • … Schnupfen
  • … Halsschmerzen
  • … Augenbeschwerden.

Vor allem in der warmen Jahreszeit können Insektenstiche den Campingurlaub vermiesen. Je nach Reiseziel kann ein Antihistamingel und ein Stichheiler sinnvoll sein.

Einen ausführlichen Ratgeber zur Vermeidung und Behandlung von Insektenstichen, findest du hier.


Die Reiseapotheke für Camping mit Kindern

Kinder lieben es, zu toben und herumzutollen. Durch ihren großen Bewegungsdrang haben Kinder aber auch ein erhöhtes Risiko für Verletzungen. Gerade bei Kleinkindern sollte die Reiseapotheke auch kleine, kindgerechte Pflaster beinhalten. Auch Wund- und Heilsalben zur Linderung von Schürfverletzungen sollten bei Campingurlauben mit Kindern nicht fehlen. Ansonsten gelten die gleichen Empfehlungen wie für Erwachsene auch. 


Die Reiseapotheke für Campingurlaube mit Hund

Nimmst du deinen Hund mit in den Urlaub, sollte deine Reiseapotheke auch für ihn bestimmte Medikamente und Verbandsmaterialien beinhalten. Besonders empehlenswert für den Urlaub mit Hund sind:

  • Lösung zum Spülen von Augen
  • Medikamente gegen Übelkeit und Durchfall, besonders Kohletabletten
  • Wunddesinfektion
  • Verbandszeug
  • Fieberthermometer (das ausschließlich für den Hund verwendet wird)
  • Maulkorb (um den Hund bei Verletzungen selbst zu schützen)
  • Anti-Zecken-Mittel
  • Notfalltropfen (für Hunde gibt es Notfalltropfen in einer speziellen Dosierung)

Insbesondere auf Reisen ins Ausland darf auch der Impfausweis für den Hund (EU Heimtier-Ausweis) nicht fehlen. 


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für einzelne Länder

Unter dem Menüpunkt „Sicher Reisen“ fasst das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) Sicherheitshinweise zu sämtlichen Ländern zusammen. Darunter auch Informationen zu möglichen Krankheiten und empfohlenen Impfungen.
Unter dem Menüpunkt „Sicher Reisen“ fasst das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) Sicherheitshinweise zu sämtlichen Ländern zusammen. Darunter auch Informationen zu möglichen Krankheiten und empfohlenen Impfungen. © Screenshot auswaertiges-amt.de

In manchen Ländern ist das Risiko für bestimmte Krankheiten oder Infektionen besonders hoch. Ein typisches Beispiel ist eine Infektion mit Malaria, die besonders in Ländern mit tropischem Klima möglich ist. Aber auch für einige weniger exotische Länder empfiehlt das Auswärtige Amt besondere Schutzmaßnahmen. Bei Reisen nach Finnland und Estland wird eine Zecken-Impfung empfohlen, da in diesen Ländern ein erhöhtes Risiko von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besteht. Bei Campingurlauben in diese Zecken-Gebiete sollte sich daher auch eine Zeckenzange in der Reiseapotheke befinden.

Einige von Insekten übertragene Krankheiten lassen sich kaum oder gar nicht gezielt behandeln. So wie das West-Nil-Fieber, mit dem sich Urlauber während der Sommermonate in Griechenland infizieren können. In solchen Fällen können vorbeugende Maßnahmen (z.B. Mücken-Abwehrspray und Moskitonetz) sinnvoll sein.

Länderspezifische Auskunft zu möglichen Gesundheitsgefahren, gibt es online beim Auswärtigen Amt sowie in der Apotheke oder beim Hausarzt.


Fazit: Verbandskasten ersetzt nicht die Reiseapotheke

Eine gut sortierte Reiseapotheke kann im Ernstfall die Urlaubslaune retten. Nimm dir die Zeit und überprüfe den Inhalt deiner Reiseapotheke auf Vollständigkeit und Unversehrtheit. Übrigens ist die Reiseapotheke nicht mit dem Verbandskasten zu verwechseln. Denn dessen Inhalt beschränkt sich auf die Versorgung von Verletzungen, die bei Verkehrsunfällen entstehen. Das Sortiment der Reiseapotheke ist dagegen breiter aufgestellt.