Auswahl des Platzes/der Parzelle

Bevor ich tiefer einsteige, starte ich erst einmal mit etwas Grundlegendem. Du kannst schon direkt vor deinem Urlaub deine Schlafqualität beeinflussen, indem du strategisch vorgehst bei der Wahl deines Wunsch-Campingplatzes bzw. der Parzelle oder Zeltwiese. Informiere dich also im Vorfeld über die Bedingungen vor Ort.

Bedenke dabei zum Beispiel, dass Parzellen an stark befahrenen Durchgangswegen lauter sein können. Zeltwiesen verfügen nicht so oft über Strom, dort ist die Chance also gut, dass du nicht von summenden Elektrogeräten gestört wirst. Außerdem kannst du dir die Platzordnung und die Nachtruhe genauer anschauen. Das ist von Platz zu Platz unterschiedlich. Auf manchen Campingplätzen findest du sogar beruhigte Zonen, in denen besonderer Wert auf Erholung gelegt wird.


Kann das Zelt die Schlafqualität beeinflussen?

Das Zelt ist dein mobiles Zuhause. Überlege dir also gut, was dir beim Campen besonders wichtig ist. Natürlich sind die Anforderungen, die Camper an ihr Zelt stellen, sehr unterschiedlich und sicherlich auch oft abhängig vom Budget. Wenn du allerdings viel Wert auf hohe Schlafqualität legst, gibt es ein paar Punkte, die du beim Kauf deines Zeltes beachten kannst. 

1. Schlafkammer: Wenn du lichtempfindlich bist, empfehle ich dir ein Zelt mit abgedunkelter Schlafkabine. So kannst morgens länger schlafen.

Hier findest du das Outwell Nevada 5P mit abgedunkelten Schlafkabinen im Berger Onlineshop.

In diesem Zelt ist die Schlafkabine dunkel.
In diesem Zelt ist die Schlafkabine dunkel. © Outwell

2. Eingenähter Boden: Er schützt dich vor Insekten, die über den Boden in das Zelt kommen können, aber auch vor Schlamm und Nässe.

3. Moskitonetze: Achte darauf, dass mindestens an der Schlafkabine ein Moskitonetz angebracht ist. Das hält lästige Blutsauger fern, die deinen Schlaf stören.

4. Zeltstoff: Zelte aus Baumwolle oder Baumwollgemisch sorgen für ein gutes Klima im Zelt, vor allem, wenn du im heißen Süden unterwegs bist.

Hier findest du das Dometic Boracay FTC 301 TC aus Baumwollgemisch im Berger Onlineshop.

Ein Zelt aus Baumwollgemisch.
Ein Zelt aus Baumwollgemisch. © Dometic

5. Lüftung: Gerade bei heißen Temperaturen ist eine Dauerbelüftung von Vorteil, so kann nachts kühlere Luft durch das Zelt strömen.

6. Hohe Wassersäule: Je besser die Materialdichte deines Zeltes, desto geringer die Gefahr, dass du nachts Wasser im Zelt hast.

Hier findest du weitere Tipps zur Zeltauswahl.


Die richtige Schlaf-Unterlage

Jetzt komme ich zu einem wichtigen Thema: die Schlaf-Unterlage. Denn damit steht und fällt deine Schlafqualität. Diese Möglichkeiten sind besonders bequem:

Bei diesem Luftbett ist eine elektrische Pumpe integriert.
Bei diesem Luftbett ist eine elektrische Pumpe integriert. © Intex

Luftbett

Eine platzsparende und einfache Möglichkeit ist es, ein Luftbett zu verwenden. Hohe Matratzen, niedrige, doppelte Matratzen – es gibt sie je nach Bedarf in verschiedenen Ausführungen. Bei manchen ist sogar eine Pumpe integriert. Luftbetten sind bequem, aber beachte, dass Luft auch Kälte leitet. Deshalb mein Tipp: Oben auf die Matratze noch eine isolierende Decke oder Isomatte legen. Unter der Matratze bringt das leider nicht so viel.

Hier findest du Luftbetten im Berger Onlineshop.

Dieses Campingbett wird mit einer Schaumstoffauflage geliefert.
Dieses Campingbett wird mit einer Schaumstoffauflage geliefert. © Outwell

Feldbett

Mein persönlicher Favorit. Auf einem Feldbett schläft man fast wie daheim. Allerdings empfehle ich, auch hier eine zusätzliche isolierende Matte darüber zu legen. Bei manchen Modellen ist so etwas schon enthalten. Feldbetten kann man allerdings nur nutzen, wenn man über genügend Platz im Auto und später im Zelt verfügt. Bei einigen Varianten ist nämlich auch das Packmaß eher groß. Und Feldbetten sind in der Regel auch nicht besonders leicht.

Hier findest du Feldbetten im Berger Onlineshop.

Eine selbstaufblasende Schlafmatte für zwei Personen.
Eine selbstaufblasende Schlafmatte für zwei Personen. © Fritz Berger

Selbstaufblasende Isomatte

Selbstaufblasende Isomatten sind meist leicht und gut zu verstauen. Sie verfügen außerdem in der Regel über einen Schaumstoffkern. Je nachdem wie weich du schlafen willst und wie hoch die Unterlage sein soll, kannst du zwischen verschiedenen Ausführungen wählen. Achte außerdem darauf, wie gut die Isomatte isoliert. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Hier findest du die selbstaufblasende Berger-Isomatte im Berger Onlineshop.

Manchmal muss man anfangs ein wenig nachhelfen und etwas Luft in das Ventil pusten.


Schlafmöglichkeiten für Kinder

Kinder haben natürlich die gleichen Möglichkeiten wie Erwachsene und können sich auch einfach mit zu den Eltern kuscheln. Dennoch möchte ich hier noch ein paar Besonderheiten ansprechen.

Das Stockbett kann im Zelt Platz sparen.
Das Stockbett kann im Zelt Platz sparen. © Disc-O-Bed

Feldbetten für Kinder

Es gibt beispielsweise spezielle Feldbetten für Kinder. Diese sind einfach etwas kleiner. Disc-O-Bed bietet in diesem Bereich eine besondere Ausführung. Diese Feldbetten können einzeln stehen oder als Stockbett aufgebaut werden. Das eignet sich besonders für kleinere Zelte, die aber dennoch über Stehhöhe verfügen. 

Hier findest du das Kinder-Stockbett von Disc O Bed im Berger Onlineshop.

Bei genügend Platz kannst du ein handelsübliches 
Reisebett für die Kleinen verwenden.
Bei genügend Platz kannst du ein handelsübliches Reisebett für die Kleinen verwenden. © Fritz Berger

Reisebetten

Für kleinere Kinder eignen sich auch normale Reisebetten. Die Kinder sind durch die Seitenwände geschützt. Eventuell solltest du zusätzlich aber eine Reisematratze besorgen und an zusätzliche Isolierung denken.


Das kannst du tun, um nicht zu frieren

Am schlimmsten ist es, wenn man beim Zelten nachts friert. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten, das zu verhindern:

Den richtigen Schlafsack wählen

Ein guter Schlafsack hält dich warm.
Ein guter Schlafsack hält dich warm. © Grüezi bag

Die Auswahl des richtigen Schlafsacks ist sehr wichtig, wenn du gut vor Kälte geschützt sein willst. Hier findest du ausführliche Informationen dazu. Allgemein gilt, einen Schlafsack mit einer besonders gut isolierenden Wirkung zu wählen. Beachte deshalb immer die angegebene Komforttemperatur des Schlafsacks. Dieser Wert bezieht sich auf die Außentemperatur, bei der eine Frau in ihrem Schlafsack weder friert noch schwitzt. Frostbeulen nehmen lieber einen, der auch für den niedrigen Temperaturbereich geeignet ist. Trage dann im Schlafsack am besten nur Funktionsunterwäsche oder leichte Schlafkleidung.

Hier findest du Schlafsäcke im Berger Onlineshop.

Isomatte benutzen

Egal, ob klassische Isomatte, selbstaufblasende Isomatte oder Iso-Decke – sie alle verhindern, dass nachts die Bodenkälte zu dir durchdringt. Auch dabei gibt es Unterschiede. Wenn dir schnell kalt wird, solltest du eine Isomatte mit hohem R-Wert benutzen. Dieser Wert gibt an, wie gut die Matte tatsächlich isoliert. 

Hier findest du Isomatten im Berger Onlineshop.

Bei silbernen Iso-Decken, wie der Rettungsdecke im Verbandkasten, gilt: Silberseite immer zum Körper hin, wenn sie vor Kälte schützen soll.

Mit Heizdecke/Wärmflasche vorwärmen

Ein vorgewärmter Schlafsack ist ein wirklich guter Tipp, um in eine kühle Nacht zu starten. Wenn du Strom zur Verfügung hast, ist eine Heizdecke oder ein Heizkissen zu empfehlen. Das geht schnell und ist einfach. Achte aber auf einen Überhitzungsschutz und schalte die Decke erst kurz vor dem Schlafengehen ein. Alternativ kannst du auch einfach eine oder mehrere Wärmflaschen mit heißem Wasser füllen.

Mütze aufsetzen

Du hast bestimmt schon mal von dem Mythos gehört, dass der Mensch über den Kopf die meiste Wärme verliert. Auch wenn mittlerweile klar ist, dass das so nicht stimmt, ist es dennoch empfehlenswert, bei Kälte nachts eine Mütze zu tragen. Der Kopf und das Gesicht sind nämlich besonders temperaturempfindliche Stellen, denn dort sitzen viele Nervenenden.

Fell unterlegen

Vielleicht kennst du es aus Filmen oder von Mittelalterfesten: Felle wurden früher als Schlafunterlage verwendet. Auch heute schwören noch einige Camper darauf. Dabei wird meistens Schaffell oder Rentierfell empfohlen. Es ist kuschlig weich und wärmt gut. Felle sind allerdings durch das hohe Gewicht und das große Packmaß nur bedingt campingtauglich. Und auch ethische Gründe können für manche Menschen dagegensprechen.  

Heizgerät benutzen

Dieser Keramik-Heizlüfter funktioniert mit Strom.
Dieser Keramik-Heizlüfter funktioniert mit Strom. © Fritz Berger

Wenn du besonders frierst, kannst du auch zeitweise ein Heizgerät benutzen. Dafür brauchst du Strom oder Gas. Bei einer Gasheizung ist eine ausreichende Lüftung allerdings sehr wichtig. Deshalb rate ich persönlich eher davon ab. Bei Heizgeräten mit Strom solltest du auf einen Umkipp- und Überhitzungsschutz achten. Aber auch diese Geräte sind keine Dauerlösung im Zelt. Sie können allerdings vor dem Schlafengehen beim Aufwärmen helfen und in der Früh das Anziehen angenehmer gestalten.

Hier findest du einen Keramik-Heizlüfter im Berger Onlineshop.

Gesunde Mahlzeit zu sich nehmen

Es ist verständlich, wenn du dir im Urlaub abends ein Bierchen gönnen möchtest. Ist es allerdings sowieso schon kalt, solltest du eher darauf verzichten. Alkohol fördert nämlich das Auskühlen des Körpers. Vielleicht trinkst du stattdessen einen warmen Tee und nimmst noch eine ausgewogene Mahlzeit zu dir. Gesättigt frierst du nicht so schnell und damit ist dein Körper gut auf eine kalte Nacht vorbereitet.


Das kannst du tun, um nicht zu schwitzen

Wärme im Zelt lässt sich leider in besonders heißen Nächten nicht komplett vermeiden. Aber ein paar Ideen habe ich für dich, um dennoch das Beste daraus zu machen:

Im Sommer reichen dünne Schlafsäcke.
Im Sommer reichen dünne Schlafsäcke. ©  Pixabay
  • leichte Decken oder Sommerschlafsack verwenden
  • Ventilator benutzen (Achtung: benötigt meist Strom und hat einen gewissen Geräuschpegel)
  • früh aufstehen, denn morgens wird es schnell heiß im Zelt
  • vor dem Schlafen lauwarm abduschen

Weitere Tipps für eine bessere Schlafqualität

 

  • Schlafmaske aufsetzen: Das ist besonders hilfreich, wenn du keine abgedunkelte Schlafkabine hast.

 

  • Ohrenstöpsel verwenden: Beim Camping kann es schon mal lauter zugehen und Zeltwände schützen bekanntlich nicht vor Lärm. Versuch es deshalb doch mal mit Ohrenstöpseln.

 

  • nicht zu spät schlafen gehen: Das Leben erwacht auf dem Campingplatz gern mal etwas früher. Um am nächsten Tag fit zu sein, solltest du besser nicht zu lange wach bleiben.

 

  • tagsüber auspowern: Wenn du dich am Tag viel bewegst, schläfst du abends besser ein.
Mach‘s dir in deinem Schlafbereich so gemütlich wie möglich.
Mach‘s dir in deinem Schlafbereich so gemütlich wie möglich. © Fritz Berger

Fazit: Hör auf dein Bauchgefühl!

Es gibt viele Möglichkeiten, um für gute Schlafbedingungen zu sorgen, wenn du mit dem Zelt unterwegs bist. Überleg dir einfach im Vorfeld, welche Transportmöglichkeiten dir zur Verfügung stehen und wie viel Platz du im Zelt hast. Dementsprechend kannst du dann die Auswahl schon eingrenzen.

Letztendlich musst du auch auf dein Bauchgefühl hören und es einfach austesten. Vielleicht schaust du auch mal im stationären Handel vorbei. In unseren Filialen kannst du nämlich sogar aufgepustete Luftmatratzen anschauen und ausprobieren.

Mach dir nichts daraus, wenn du beim ersten Mal noch nicht ganz zufrieden mit deinem Equipment bist. Jeder Camper lernt nach und nach dazu und so kannst auch du deine Ausrüstung optimieren, bis du glücklich bist mit der Schlafsituation.