Campingreise nach Sardinien

Ursprünglich hatten wir geplant, nach Südfrankreich zu fahren. Zwei Tage vor der Abreise entdeckte ich allerdings ein unschlagbares Angebot für eine Fährüberfahrt nach Sardinien. Für nur 180 Euro konnte ich Hin- und Rückfahrt für uns alle fünf inklusive Auto und Wohnwagen von Livorno nach Olbia buchen. Abfahrten gibt es aber auch von vielen anderen italienischen, französischen und spanischen Städten mit verschiedenen Fähranbietern. Vor allem in der Vor- und Nachsaison lassen sich gute Schnäppchen machen, für uns war beispielsweise die Rückfahrt kostenlos. Die Dauer der Überfahrt beträgt im Schnitt etwa acht Stunden, je nach Abfahrthafen.

Wohnwagengespann
Wohnwagengespann © Fritz Berger

Sardinien ist eine der größten Mittelmeerinseln und gehört zu Italien. Es herrscht ein mediterranes Klima, die Sommer sind heiß, die Winter mild und Frühling und Herbst warm. Wir empfanden den Herbst als eine hervorragende Reisezeit, da die Temperaturen tags wie nachts warm waren und das Meer immer noch warm genug zum Baden war. Campingplätze gibt es auf Sardinien reichlich, viele schließen jedoch Ende September. Zudem ist es auf einigen Bauernhöfen möglich, mit dem Wohnmobil zu übernachten (Agriturismo).


Anreise mit der Fähre

Nach einer Zwischenübernachtung auf dem Campingplatz in Splügen in der Schweiz erreichten wir schon am nächsten Tag die italienische Küste. Da die Fähre um 10 Uhr am nächsten Tag ablegte, suchten wir uns einen Campinglatz in der Nähe des Fährablegers bei Livorno und wurden am Abend von Mücken aufgefressen. Pünktlich um 8 Uhr irrten wir am nächsten Morgen durch den Industrie-Fährhafen von Livorno, wo unsere Fährlinie Grimaldi nach Olbia ablegte. Wir waren fast die ersten, die da waren und durften ziemlich bald auf das Schiff auffahren. Dort suchten wir uns ein Tisch, um die acht Stunden Fahrt zu verbringen. Im Spielzimmer lernten wir eine deutsche Familie kennen, die wir später auf dem Campingplatz Isuledda in Arzachena zufällig wieder trafen. Mit ihnen haben wir auf Sardinien viele schöne Abende und noch heute treffen wir uns regelmäßig.


Wilde Küste im Norden

Da es nach der Ankunft auf Sardinien schon fast dunkel war, konnten wir die Schönheit der Insel erst am nächsten Tag entdecken. Sommerliche Temperaturen luden schon am Morgen zu einem Bad im warmen Meer ein und wir genossen den Vormittag am Strand. Nach einer Weile wollten wir aber doch noch etwas vom Land sehen, also fuhren wir mit dem Auto zum Capo Testa bei Santa Teresa. Dort ist die steinige Küste wild zerklüftet und Wind und Wetter haben die Felsen außergewöhnlich verformt. Wir kletterten auf den Steinen rum und an jeder Ecke sah es anders aus. Vor allem für Kinder ist das ein großes Vergnügen, aber auch wir hatten unseren Spaß. Am Abend ließen wir den Tag mit unseren neuen Freunden beim Pizzaessen ausklingen.

Bizarre Felsen am Capo Testa
Bizarre Felsen am Capo Testa © Fritz Berger

Wir frühstückten noch einmal gemeinsam, bevor wir allein weiterfuhren. Fast zwei Stunden brauchten wir mit Wohnwagen, um auf die andere Seite der Insel zu kommen, wo wir uns einen Campingplatz in Alghero (Camping Village Laguna Blue) aussuchten.

Camping Village Laguna Blue
Camping Village Laguna Blue © Fritz Berger

Am Nachmittag schlenderten wir durch die katalanisch angehauchten Gassen der Stadt Alghero bis wir an die Stadtmauer gelangten. Dort kann man direkt am Meer entlang die Stadt umrunden. Alghero ist auch bekannt für Korallen, die in den kleinen Gassen in vielen Läden als Schmuck verkauft werden.

Stadtmauer in Alghero
Stadtmauer in Alghero © Fritz Berger

Als einer der schönsten Strände Sardiniens gilt der Strand La Pelosa in Stintino im Norden der Insel. Weißer Sandstrand gepaart mit kristallklarem, türkisen Wasser lockten uns am nächsten Tag zum Baden. Vorgelagert zum Strand befindet sich auf einer Insel ein kleiner arragonischer Wehrturm. Man kann zu Fuß durch das ein Meter tiefe Wasser hinüber laufen, sollte aber aufgrund von Seeigeln besser Badeschuhe anziehen. Nach einem Snack in Stintino fuhren wir wieder in Richtung Campingplatz, machten davor aber noch einen Abstecher zum Capo Caccia. Der eindrucksvolle Felsvorsprung war schon von Alghero aus sichtbar und auch aus der Nähe wirken die steilen Felsklippen nahezu surreal. 

La Pelosa bei Stintino
La Pelosa bei Stintino © Fritz Berger

Als besonders sehenswert gilt auch die Tropfsteinhöhle Grotta di Nettuno. Für diese waren wir leider zu spät dran, also badeten wir noch eine Runde auf dem Weg zurück zum Campingplatz.


Entlang der Küstenstraße im Westen

Am nächsten Tag verließen wir den Platz vormittags, vor uns lag der wunderschöne Küstenabschnitt von Alghero bis Bosa. Die Straße führt die meiste Zeit direkt an der Küste entlang und wir genossen die tolle Aussicht mit etlichen Fotostopps. In Bosa parkten wir unser Gespann auf dem Busparkplatz/Stellplatz, was problemlos möglich war. Der kleine Ort Bosa hat uns richtig gut gefallen! Viele kleine farbenfrohe Gässchen – typisch italienisch. Auch von einem Aussichtspunkt etwas außerhalb des Ortes macht der Ort was her: Am Fluss gelegen stapeln sich kleine bunte Häuser den Hang entlang, oberhalb thront die Burgruine Castello Malaspina.

Die Stadt Bosa
Die Stadt Bosa © Fritz Berger

Den Abend ließen wir am Reiskornstrand Is Arutas ausklingen. Von Weitem sieht der Strand gewöhnlich aus, aber bei genauerem Hinschauen entdeckt man, dass der Strand aus vielen kleinen reiskornähnlich geformten Quarzsteinen besteht. Zum Baden war das Meer etwas zu unruhig, dafür gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang, wie es ihn nur an der Westküste der Insel gibt. Zum Abendessen gab es natürlich Reis.

Reiskornstrand Is Arutas
Reiskornstrand Is Arutas © Fritz Berger
Reiskornähnliche Quarzsteine am Strand
Reiskornähnliche Quarzsteine am Strand © Fritz Berger

Unser Ziel am Tag darauf war die Insel Sant’Antioco, die ganz im Süden Sardiniens liegt und über einen drei Kilometer langen Damm und eine Brücke verbunden ist. Der Campingplatz Tonnara auf der Insel liegt direkt am Meer und wir waren sehr zufrieden mit unserem Platz. Von dort aus kann man gut zur Cala della Signora laufen, einem Küstenabschnitt, wo Naturgewalten die Klippen in Steinblumen verwandelt haben.

Sonnenuntergang auf Sant‘Antioco
Sonnenuntergang auf Sant‘Antioco © Fritz Berger

Der nahegelegene Strand war danach eine perfekte Abkühlung und super zum Schnorcheln. Der Sonnenuntergang vom Campingplatz aus war zudem traumhaft.


Fortsetzung folgt