Höchstgeschwindigkeiten für Gespanne in Deutschland

  • Innerhalb geschlossener Ortschaften darfst du generell höchstens 50 km/h fahren.
  • Außerhalb geschlossener Ortschaften liegt die Höchstgeschwindigkeit für Gespanne mit Wohnwagen bei 80 km/h. Hat dein Wohnwagen eine 100 km/h-Zulassung, darfst du auf Autobahnen und Schnellstraßen 100 km/h schnell fahren.

Geschwindigkeitsbeschränkungen in anderen Ländern

  • In der Schweiz dürfen Wohnwagengespanne seit 2021 auf Autobahnen 100 km/h fahren und nicht mehr, wie vorher, nur 80 km/h.
  • In Österreich dürfen Wohnwagen, genau wie in Deutschland, maximal 100 km/h fahren.
  • Bist du mit Wohnwagen in Italien unterwegs, beträgt deine maximale Reisegeschwindigkeit 80 km/h.
  • In Frankreich darfst du mit Gespann auf Autobahnen maximal 130 km/h fahren, musst dann aber das 100er-Schild abnehmen oder zudecken.

Bauartbedingt dürfen viele Wohnwagen nur maximal 100 km/h fahren. Infos dazu findest du in der Bedienungsanleitung des Anhängers.


Mit Gespann auf der Autobahn

Auf dem Autobahnrasthof darfst du mit einer Kombination aus Pkw und Wohnwagen nur parken, wenn es spezielle Parkplätze für Gespanne gibt. Lkw-Parkplätze kannst du nur nutzen, wenn dein Zugfahrzeug kein Pkw ist und nicht mehr als 3,5 Tonnen wiegt.

In Deutschland und in der Schweiz darfst du auf dreispurigen Autobahnen mit Gespann nicht auf dem ganz linken Fahrstreifen fahren. Auch nicht kurz, weil du von einem überholenden Lkw auf der mittleren Spur ausgebremst wurdest und diesen jetzt überholen willst.


Zusatzspiegel für Wohnwagengespanne

Zusatzspiegel sind immer empfehlenswert
Zusatzspiegel sind immer empfehlenswert © Fritz Berger

Sobald der Wohnwagen breiter als das Zugfahrzeug ist, sind Zusatzaußenspiegel für Gespanne gesetzlich vorgeschrieben. Und auch für den Fall, dass dein Anhänger schmaler ist als das Zugfahrzeug, empfehle ich dir Zusatzspiegel. Schließlich ist eine freie Sicht nach Hinten beim Überholen oder bei einem Spurwechsel wichtig.

Als Orientierungspunkt gilt die rechte und linke hintere Ecke des Wohnwagens. Beide müssen bei einem geraden Gespann in den Außenspiegeln sichtbar sein.

Hier findest du Zusatzaußenspiegel im Berger Onlineshop.


Parken mit dem Wohnwagengespann

  • Generell darfst du in Deutschland überall dort parken, wo es nicht verboten ist. Findest du also einen Parkplatz, der groß genug für dein Gespann ist, darfst du ihn nutzen.
  • Dein abgekoppelter Wohnwagen darf in Deutschland nicht länger als 14 Tage auf dem gleichen Parkplatz stehen, ohne zwischenzeitlich bewegt zu werden. Für angekoppelte Wohnwagen gibt es keine Frist.
  • Nur, wenn dein Gespann leichter als 2,8 Tonnen ist, darfst du damit auf gekennzeichneten Flächen auf dem Gehweg parken. Der Untergrund ist nicht für ein höheres Gewicht ausgelegt.

Hollandöse am Zugfahrzeug

Öse an fest verbauter Anhängerkupplung.
Öse an fest verbauter Anhängerkupplung. © Fritz Berger

Die Hollandöse sichert das Abreißseil eines Anhängers am Zugfahrzeug. Für den Fall, dass sich der Anhänger unkontrolliert von der Anhängerkupplung löst, strafft sich das Abreißseil und löst die Bremse des Anhängers aus. Wird das Abreißseil dafür nur über die Anhängerkupplung gelegt, kann es zusammen mit dem Anhänger von der Kupplung rutschen. Durch die zusätzliche Sicherung an der Hollandöse wird das verhindert und der Anhänger zuverlässig abgebremst.

In diesem Blogbeitrag findest du mehr Informationen über die Hollandöse.

Bei Fahrten in Holland, Österreich und der Schweiz ist die Hollandöse Pflicht. 


Warntafeln bei überstehender Ladung

Fährst du mit dem Wohnwagen in den Urlaub und willst Sportgeräte, wie Fahrräder oder Surfbretter mitnehmen, musst du diese oftmals als überstehende Ladung kennzeichnen, wenn du sie am Heck des Wohnwagens anbringst.

Bei einem Wohnwagengespann gilt es in Deutschland zu beachten, dass

  • die Ladung nach hinten bis zu 1,5 Meter hinausragen darf. Ist die zu fahrende Strecke kürzer als 100 Kilometer, darf die Ladung nach hinten sogar 3 Meter hinausragen.
  • das Gespann samt überragender Ladung nicht länger als 20,75 Meter sein darf.

In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr zur Kennzeichnungspflicht von überstehender Ladung.

Besonders in Italien und Spanien musst du andere Vorschriften beachten.


Mautbestimmungen für Wohnwagengespanne in Europa

Wer auf Europas Straßen mit Gespann unterwegs ist, muss meistens mehr Maut zahlen als nur mit dem Pkw. Hier siehst du eine Übersicht der wichtigsten Urlaubsländer.

  • In Italien zählen Gespanne zur Kategorie C, da die Achsen des gesamten Gespanns (Zugwagen + Anhänger) addiert werden.
  • In Frankreich fallen die meisten Wohnwagen-Gespanne in Klasse 2, da der Anhänger höher als 2 Meter ist.
  • Bei Fahrten in der Schweiz benötigen Caravans eine eigene Vignette, weshalb Camper mit Wohnwagen die doppelte Mautgebühr entrichten müssen.
  • Die meisten einachsigen Wohnwagen zählen in Spanien zu der Kategorie „Leicht“.

In diesem Blogbeitrag erfährst du im Detail, welche Länder Maut verlangen.


Fazit: Überblick verschaffen

Geschwindigkeit, Parksituation und überstehende Ladung sind jetzt keine Fremdwörter mehr für dich. Fährst du ins europäische Ausland, empfehle ich dir, dich genauer über die dort vorherrschenden Bestimmungen für Wohnwagengespanne zu informieren. Ich wünsche dir eine ruhige und unfallfreie Fahrt in den Urlaub.